Sportlicher Selbstzünder: der Audi SQ5

Mathias Keiber

12 Nov. 2020

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Nach dem Facelift des Q5 schickt Audi einen SQ5 mit Dieselantrieb hinterher. Der hat jedoch weniger Leistung als sein Vorgänger.

(Alle Abbildungen: Audi)


Nach dem Facelift des Q5 schickt Audi einen SQ5 mit Dieselantrieb hinterher. Der hat jedoch weniger Leistung als sein Vorgänger.


2012 war der SQ5 das erste S-Modell von Audi mit Diesel-Antrieb. In der neuesten Ausbaustufe kommt der Dreiliter-V6 auf 341 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment. Das sind zwar 6 PS weniger als bisher, allerdings soll der TDI seine Kraft früher und druckvoller als zuvor aufbauen, weshalb es letztendlich bei einer Beschleunigung von Tempo 0 auf 100 in 5,1 Sekunden bleibt. Ebenfalls unverändert bleibt die Höchstgeschwindigkeit, sie ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Ein sogenannter „Aktuator“ in der Abgasanlage soll dem Sound mehr „Fülle“ verleihen.

Den Dreiliter-V6 hat Audi punktuell überarbeitet. Etwa sind die Kolben nun aus Stahl, statt aus Aluminium, um Wärmeverluste zu reduzieren. Aufgrund ihrer höheren Festigkeit haben sie gegenüber Alu-Kolben keinen Gewichtsnachteil. Zudem soll eine stufenförmige Mulde im Kolben die Verbrennung effizienter und schneller machen. Pro Takt sind bis zu acht Einspritzungen möglich, wobei der maximale Einspritzdruck 2.500 bar beträgt. Im Turbolader dreht sich jetzt ein kleineres und leichteres Verdichter-Rad, das aufgrund seiner Beschaffenheit besonders schnell auf Touren kommt.

Zur Verbrauchssenkung und für besseres Ansprechverhalten sorgt im SQ5 TDI ein 48-Volt-Mild-Hybrid-System (MHEV), das sich aus einem Riemen-Starter-Generator (RSG), einer Lithium-Ionen-Batterie und einem 48/12-Volt-Spannungswandler zusammensetzt. Beim Verzögern gewinnt das MHEV-System bis zu 8 kW Leistung zurück. Das wiederum macht’s möglich, dass das sportliche SUV bis zu 40 Sekunden mit ausgeschaltetem Motor segeln kann. Ist die Segel-Phase beendet, kommt der RSG ins Spiel, der den Motor wieder anwirft. Im Optimalfall soll das System den Verbrauch um bis zu 0,7 Liter pro 100 Kilometer senken.

Auch als Teil des MHEV-Systems unterstützt ein elektrisch angetriebener Verdichter (EAV) den Turbolader immer dann, wenn das Abgas noch zu wenig Energie für seinen Antrieb liefert. Eine ebenfalls ans 48-Volt-Netz angeschlossene E-Maschine beschleunigt das Verdichter-Rad des EAV in etwa 300 Millisekunden auf 65.000 Umdrehungen. So erhöht sich das Ansprechverhalten des Motors beim Anfahren und Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen.


Die Kraftübertragung läuft über eine Achtstufen-Automatik. Im regulären Fahrbetrieb verteilt der permanente Allradantrieb „quattro“ die Momente im Verhältnis 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei Schlupf können maximal 70 Prozent nach vorn oder 85 Prozent nach hinten fließen. Bei schneller Kurvenfahrt schreitet gegebenenfalls die radselektive Momenten-Steuerung ein – mit kleinen Bremseingriffen an den entlasteten kurveninneren Rädern. Optional verfügbar ist ein Sperrdifferential, das bei Bleifuß-Fahrweise die Verteilung der Momente zwischen den Rädern aktiv regelt. Fünflenker-Aufhängungen führen jedes der vier Räder, das Sportfahrwerk mit Dämpferregelung legt die Karosserie gegenüber dem regulären Q5 um 30 Millimeter tiefer.

Per serienmäßigem Fahrdynamiksystem können Fahrer zwischen sechs selbsterklärenden Profilen wählen: auto, comfort, efficiency, dynamic, offroad und individual. Ein Allroad-Profil kommt bei der gegen Aufpreis erhältlichen Luftfederung hinzu.


Der Audi SQ5 TDI fährt auf 20-Zoll-Aluminiumrädern vom Band, alternativ gibt es 21-Zöller. An der Vorderachse sitzen Sechskolben-Bremssättel aus Aluminium und Bremsscheiben mit 375 Millimetern Durchmesser. Die schwarz oder optional rot lackierten Sättel tragen S-Schriftzüge.


Optisch unterscheidet sich der SQ5 durch vertikale Spangen an den seitlichen Lufteinlässen am Front-Stoßfänger. Im Singleframe-Grill sind die achteckigen Waben zudem durch Stege miteinander verbunden. Ebenso wie die Spangen an den Lufteinlässen sind die Stege aus Aluminium.


Zur Standard-Ausrüstung gehören LED-Scheinwerfer, optional gibt es Matrix-LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlicht und dynamischem Blinklicht. Am Heck ist eine Spange in Aluminium matt in den unteren Stoßfänger integriert, unter ihr liegen der Diffusor-Einsatz und vier verchromte ovale Endrohr-Blenden.

Das Interieur ist in schwarzen oder dunkelgrauen Tönen gehalten, die beleuchteten Aluminium-Einstiegsleisten tragen S-Schriftzüge. Für die elektrisch einstellbaren Sportsitze mit den geprägten S-Logos stehen drei Bezüge zur Wahl. Serie ist eine Kombination aus Leder und Kunstleder, optional ist ein Materialmix aus Leder und Dinamica mit S-Prägung erhältlich. Das neue Microfasermaterial Dinamica besteht zu großen Teilen aus recyceltem Kunststoff und ersetzt Alcantara. Eine weitere Option ist Feinnappa mit Rauten-Steppung in sogenanntem „Magmarot“. Kontrastnähte zieren die Sitze sowie das Lenkrad, auf Wunsch gibt es eine Massagefunktion mit drei Programmen und eine Sitzbelüftung. Bei den Dekoreinlagen ist gebürstetes Aluminium Serie, die Alternativen sind Carbon in zwei Ausführungen sowie Klavierlack. Das Kofferraumvolumen beläuft sich auf 520 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 1.520 Liter.

Zentrales Element des modularen Infotainment-Baukastens „MIB 3“ ist ein Touchscreen mit 10,1 Zoll Diagonale. In der Mitte der Instrumententafel dient es als kombiniertes Eingabe- und Anzeigegerät. Außerdem lässt sich das System auch per Sprach-Steuerung oder über das Multifunktionslenkrad bedienen.


In Sachen Assistenzsysteme bleibt alles wie vom regulären Q5 gewohnt: Abbiegeassistent, Ausweichassistent und Ausstiegswarnung tragen zur Sicherheit bei, während der adaptive Fahrassistent Fahrern das Beschleunigen, Verzögern und Spurhalten teils abnehmen kann. Der prädiktive Effizienzassistent hilft beim Kraftstoffsparen.


Der modellgepflegte Audi SQ5 TDI wird im mexikanischen Werk San José Chiapa gebaut und kommt in Deutschland im ersten Quartal 2021 ab 68.138 Euro auf den Markt.



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Mathias Keiber

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