Stellantis: Neuer Autogigant

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Die Konzerne PSA und FCA sind zu Stellantis verschmolzen. CEO Carlos Tavares will Synergien nutzen.


14 Marken und rund 400.000 Mitarbeiter sind nach der Fusion von Fiat Chrysler und PSA unter dem Dach des neu geschmiedeten Autokonzerns zusammengezogen worden. Allein in Deutschland arbeiten rund 17.000 Menschen für den neuen Konzern. Carlos Tavares, bisheriger PSA-Boss, wird die Geschicke des neuen Autogiganten lenken. Legt man die Absatzzahlen zugrunde, steuert Tavares den viertgrößten Autobauer weltweit – nach Volkswagen, Toyota und General Motors.


Tavares, ein erfahrener Konzernlenker, übernimmt dabei keine leichte Aufgabe. Denn die Geschichte automobiler Megafusionen ist eine Geschichte des Scheiterns. Man denke nur an die „Hochzeit im Himmel“ von Daimler und Chrysler. Sie ging an unterschiedlichen Auffassungen zugrunde, wer denn nun das Sagen habe. Bei Stellantis müssen nun sage und schreibe 14 Marken für die neue Mobilität gerüstet werden.

Doch wenn diese Herkules-Aufgabe einem zuzutrauen ist, dann dem Portugiesen Tavares (links im Bild). Als er 2014 den Vorstandsvorsitz des PSA-Konzerns übernahm, stand es gar nicht gut um das Markenkonglomerat um Citroën, Peugeot und DS. Doch der heute 62-Jährige schaffte den Turnaround. Mehr noch: Mit einem ähnlichen Sanierungskonzept fuhr er auch Opel nach der Übernahme im Jahr 2017 wieder in die schwarzen Zahlen.


Die Ära Stellantis startet mit robusten finanziellen Zahlen. Doch wäre Tavares nicht Tavares, wenn er nicht wiederum als „Cost-Cutter“ antreten würde. Erster Ansatz: Er will Skalenvorteile nutzen, um in innovative Mobilitätslösungen zu investieren, und strebt nach einer Anlaufphase jährliche Synergien von mehr als 5 Milliarden Euro an. Erreicht werden soll das durch Einkaufs- und Investitionsstrategien, die Optimierung der Antriebsstrang- und Plattformnutzung, moderne Forschungs- und Entwicklungsmethoden sowie die kontinuierliche Fokussierung auf die Effizienz in der Fertigung. Müssen Angestellte deshalb um ihre Jobs fürchten? Antwort: jein. „Diese Synergie-Schätzungen sehen keine Werksschließungen vor, die aus der Transaktion resultieren“, heißt es offiziell. Was „aus der Transaktion resultieren[d]“ konkret bedeutet, bleibt natürlich offen.


Ein besonderer Fokus von Tavares gilt der Elektro-Mobilität. Während der Markt wächst, hat Stellantis aktuell 29 E-Modelle im Angebot und plant die Einführung von zehn weiteren Fahrzeugen bis Ende dieses Jahres. Künftig sollen auch die Elektroautos der Marken Fiat und Chrysler die Referenzplattform eVMP (Electric Vehicle Modular Platform) nutzen. „Die Realisierung dieser Synergien wird die Wettbewerbsfähigkeit dieses Unternehmens gegenüber seinen Mitbewerbern deutlich erhöhen“, verkündet Tavares. Damit verlässt sich der passionierte Rennsportfan auf die alte Weisheit: Der Gewinn wird am Band gemacht.


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