Studie: Robotaxis können Autos nicht verdrängen

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Die Kosten für Robotaxis sollen künftig so niedrig sein, dass konventionelle Taxis und Ridehailing verdrängt werden könnten. Doch sie liegen höher als die Kosten für den Besitz eines Autos, prognostiziert das Analysehaus Lux Research. Damit bleibt das Auto, trotz aller Unkenrufe, ein favorisiertes Fortbewegungsmittel.

Robotaxis sind nach wie vor eine der am meisten verfolgten Geschäftsfelder für autonome Fahrzeugtechnologien. Doch die Annahme vieler Strategen, dass die selbstfahrenden Taxis ein Ende des Autobesitzes – oder zumindest eine erhebliche Reduzierung desselben – einläuten könnten, trifft aus Sicht der Lux-Research-Experten nicht zu.


Entwickler von autonomen Fahrzeugen, insbesondere von selbstfahrenden Fahrzeugen der Stufe 4, konzentrierten sich häufig auf Mobilitätsdienste als erste Anwendung, heißt es in der aktuellen Studie "The Economics of Robotaxis". Mit Recht. Denn es gibt nicht nur einen nachgewiesenen Markt für Taxis und Ridehailing, sondern es minimiert die Personalkosten für die Mobilitätsdienstleister, da ja keine Fahrer mehr benötigt werden.


Wie schnell die Ausbreitung von selbstfahrenden Transportdiensten voranschreitet, ist bald nur noch eine Frage der Kosten. Im Unterhalt sind sie preiswerter als herkömmliche Taxi- oder Ridehailing-Dienste. Da sich die Technologie schon in einer fortgeschrittenen Pilotphase befindet, kann man davon ausgehen, dass die Forschungsabteilungen bald serienreife Anwendungen ohne Sicherheitsmitfahrer verkünden werden.


„Für den Betrieb von Robotaxis sind autonome Fahrzeuge der SAE-Stufe 4 erforderlich, die in der Lage sind, ohne einen Ersatzfahrer zu fahren, aber an bestimmte Betriebsbedingungen gebunden sind, wie z. B. geografische oder Wetterbedingungen“, sagt Studienautor Christopher Robinson. Aktuell finden die ersten wirklich fahrerlosen Robotaxi-Einsätze statt, bei denen eine Kombination aus Teleoperatoren und begleitenden Sicherheitsfahrern in anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Doch glauben die Lux-Analysten an einen Einsatz erst im nächsten Jahrzehnt. Dass dafür das Auto eingemottet werde, sei allerdings nicht zu erwarten.

Die Analyse von Lux Research errechnete die Kosten, die für den Betrieb eines Robotaxi-Dienstes erforderlich sind und fokussierte sich auf die Fahrzeugkosten, die Ladekosten und die Betriebskosten. Sie umfasst Taxidaten aus den USA, Großbritannien und China. Auf dieser Basis beliefen sich die heute geschätzten Kosten für den Betrieb eines Robotaxis auf 0,28 $/Kilometer in China, 0,38 $/Kilometer im Vereinigten Königreich und 0,42 $/Kilometer in den USA. Die Unterschiede zwischen den Regionen ergäben sich aus Unterschieden bei den Fahrzeugkosten, den lokalen Stromtarifen und den Versicherungskosten.


Für Besitzer eines Elektrofahrzeugs betrügen die Kraftstoff-, Energie- und Wartungskosten hingegen weniger als 0,10 Dollar pro Kilometer. Dazu komme der soziale Status, der mit dem Besitz eines Autos verbunden sei. Die Experten glauben, dass das auch in Zukunft ein ausschlaggebendes Argument für Autokäufer sei. Allerdings würden die Städte eine Politik pro Robotaxi und Ridehailing forcieren und dabei vor allem die E-Fahrzeuge fördern. Denn das sei einer der Wege, um die Gefahr eines Verkehrskollapses und die Emissionen zu reduzieren.

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