Subaru kann es noch: Neuer Rekord beim Mount Washington-Bergrennen

Arne Roller

17 Aug. 2021

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Aus der WRC haben sie sich vor über einem Jahrzehnt zurückgezogen. Ihre Sportwagen gibt es in Europa nicht mehr zu kaufen. Man könnte fast meinen, Subaru habe mit Motorsport nichts mehr am Hut. Aber weit gefehlt, in den USA gibt die Allrad-Marke weiter Gas. Und sorgt für neue Rekorde.


Den Nürburgring kennt die ganze Welt. Das heißt aber nicht, dass es in Deutschland nicht auch weitere großartige Rennstrecken gibt: Da wäre zum Beispiel der Hockenheimring, der viele Jahre die Formel 1 beheimatete. Oder die kleineren Rennstrecken wie Sachsenring und Norisring, die regelmäßig die DTM zu Besuch haben. Nicht zuletzt der Lausitzring – für Motorradrennen hoch im Kurs.

Ganz ähnlich verhält es sich in den USA mit dem Pikes Peakes-Hillclimb. Die Jagd nach Rekorden an diesem Berg kennt wohl jeder Motorsport-Fan: Walter Röhrl donnerte 1987 im Audi Quattro hoch, Ari Vatanen zauberte ein Jahr später im Peugeot 405 ein Kunstwerk in den Staub und Sébastien Loeb tat 2013 das für ihn Übliche: in der Liste ganz oben stehen. Aber Pikes Peak ist nicht das einzige Bergrennen in den USA: da wäre zum Beispiel auch noch Mount Washington.



Mount Washington: Aufstieg zu den Wolken


Der Mount Washington-Hillclimb, der traditionell alle drei Jahre stattfindet (letztes Jahr fiel das Rennen aufgrund der Pandemie aus), ist nicht so bekannt wie das jedes Jahr am Pikes Peak stattfindende Bergrennen. Dabei beheimatet der 1.917 Meter hohe Mount Washington den ältesten "Hillclimb" Nordamerikas – das erste Rennen fand schon 1904 statt. Im Gegensatz zum Pikes Peak, dessen Aufstieg vor 10 Jahren komplett asphaltiert wurde, hat der Mount Washington nach wie vor einen Teil Schotterstrecke. Ob auf der Staubpiste oder oben gen Spitze wieder auf Asphalt, die Schluchten an der Seite der Strecke sind so oder so erschreckend. Leitplanken? Fehlanzeige.


Da geht's tief runter: Travis Pastrana auf seiner Rekordfahrt am Mount Washington.


Im folgenden Video ist zu sehen, wie der amerikanische Stunt-Fahrer Travis Pastrana in einem aufgemotzten Subaru WRX STI wieder und wieder am Abgrund entlang kratzt (seht selbst wie mulmig es euch zwischen Minute 4:06 und 5:37 wird). Am Ende schlägt er seinen eigenen Rekord von 2017 (5 Minuten, 44 Sekunden) um ganze 16 Sekunden (5 Minuten, 28 Sekunden).



Subaru WRX "Airslayer": Fettes Aerokit und 826 PS


Möglich gemacht hat das auch der verbesserte Subaru, den Pastrana dieses Jahr den Mount Washington hoch steuerte. Der als "Airslayer" bekannte WRX STI wurde für seinen Auftritt in Gymkhana 2020 gebaut. Bei dieser Drift- und Stuntveranstaltung, die ihn Pastranas Heimatstadt Annapolis (Maryland, USA) stattfand, vertrat der mehrfache X-Games-Goldmedaillen-Gewinner seinen Kollegen, die Drift- und Gymkhana-Legende Ken Block. Das Video, das dabei entstand, ist ebenfalls sehr sehenswert.


Seinen Spitznamen "Airslayer" hat der WRX STI wegen des Aero-Pakets, das darauf ausgelegt war, den STI in der Luft stabil zu halten. Der modifizierte Bolide basiert auf einer serienmäßigen STI-Karosse, wiegt aber laut Subaru etwa 800 Pfund (rund 363 Kilogramm) weniger als ein Serienfahrzeug. Dem WRX STI der Rekordfahrt im Jahr 2017 fehlte das Aerokit des "Airslayer". Außerdem hatte er "nur" 600 PS.




Pastrana und der Rest des Subaru-Teams treten als Nächstes bei der Ojibwe Forests Rallye in Minnesota an. Nachdem seine exklusive Partnerschaft mit Ford beendet ist, kehrt auch Ken Block für diesen Wettbewerb wieder zurück ins Team von Subaru Motorsports USA.


Arne Roller

17 Aug. 2021