Subaru Outback 2.5i: Die Hoheit unter den Kombis

Arne Roller

30 Juni. 2021

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Größer, breiter, höher. Der Outback wächst und kommt mit einer bei Subaru inzwischen altbewährten Antriebskombination. Die wirklichen Verbesserungen liegen allerdings bei den inneren Werten.

(Fotos: YesAuto)




Schon seit Mitte 2019 ist der neue Outback auf den Straßen in den USA unterwegs. Bei uns ließ er sich fast zwei Jahre bitten. Erst im Frühjahr diesen Jahres feierte die aktuelle Generation ihren Marktstart in Europa. Das darf aber auch nicht wundern, schließlich ist der amerikanische Markt der wichtigste für Subaru. Dort verkaufte die Marke mit den Sternen zeitweise mehr Fahrzeuge als Volkswagen. Bei uns hingegen sind die Stückzahlen homöopathisch. Die Kundschaft ist so klein wie sie treu ist – das ist bekannt. Vom Vorgänger des Outback wurden bei uns im letzten Jahr nur 567 Exemplare verkauft. In den USA erreicht der auf dem Legacy basierende Kombi hingegen sechsstellige Verkaufszahlen.


Der Outback ist ein hohes Fahrzeug, ein Mix aus Kombi und SUV. Ob er nun eine Hoheit unter Kombis oder ein Flachmann unter SUV ist, darf jeder für sich selbst entscheiden. Subaru nennt es Crossover. Die Amis nennen es gerne SUW, also Sport Utility Wagon. Wobei das Wagon die amerikanische Bezeichnung für den Kombi ist. Letzteres trifft es bei diesem Auto eigentlich genau.


Die sechste Generation des Outback steht – wie auch alle anderen Fahrzeuge der japanischen Marke – auf der neuen Subaru Global Platform. Diese bietet einen tieferen Schwerpunkt, eine höhere Crash-Sicherheit und eine größerer Verwindungssteifigkeit. Viel anders als sein Vorgänger sieht der Outback deswegen nicht aus. Grill, Frontschürze und Nebelscheinwerfer wurden designtechnisch überarbeitet. Und auch die Rückleuchten greifen mit der neuen C-Form das Design der Frontscheinwerfer auf. Zudem unterstreicht zusätzliche Beplankung den Offroad-Charakter des Fahrzeugs. Alles in allem ist der Outback aber sehr gut wiederzuerkennen.

Die "C"-Form der Frontscheinwerfer zeigt sich auch an den Rückleuchten.


Wie sich das so gehört, ist die sechste Generation in alle Richtungen gewachsen: Fünf Zentimeter länger, (4,87 Meter), 3,5 Zentimeter breiter und je nach Ausstattungsvariante auch mehr als einen Zentimeter höher ist die jetzt. Der Radstand ist mit 2,75 Meter hingegen gleich geblieben. Im Fond kommt für die Mitfahrenden fast ein ganzer Zentimeter an Beinfreiheit hinzu. Das merkt man auch – dazu aber später. Fühlen wir dem Outback zunächst aufs Herz.



Subaru Outback 2.5i (2021): Motor und Verbrauch


Unter der Haube arbeitet ausschließlich ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxermotor. Es handelt sich um einen reinen Sauger ohne jede Elektro-Unterstützung. Ein bisschen olschool eigentlich, aber wie Subaru sagt, ein zu 90% neu entwickelter Motor.


Ohne Turbo und ohne Elektrifizierung, aber zu 90% neu entwickelt: Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxermotor im Outback.


Wegen der strengeren Abgasregelungen musste das Aggregat aber von 175 auf 169 PS runtergeregelt werden. Dafür hat der Outback jetzt ein höheres, maximales Drehmoment von 252 statt 235 Newtonmetern, das zudem auch schon früher anliegt als beim Vorgänger (bei 3.800 statt 4.000 Umdrehungen). Der Verbrauch liegt offiziell bei 7,4 Litern nach dem NEFZ-Messverfahren. Ein Kostverächter ist so ein großvolumiger Sauger ohne Elektro-Boost natürlich nicht: Aber die 7,70 Liter im Test gehen völlig in Ordnung.




Subaru Outback 2.5i Platinum: Ein Innenraum höchster Güte


Hochwertig, haptisch anspruchsvoll und gemütlich: Unser Testwagen in der Platinum-Ausstattung überzeugt mit feinstem Nappa-Leder. Insgesamt fünf verschiedene Sitzbezüge stehen zur Wahl. Darunter Stoff-, Kunstleder und eben die Nappa-Leder-Option. Beim besonders „roughen“ Exclusive-Cross kommen robuste, wasserabweisende und abwaschbare Kunstleder-Bezüge zum Einsatz.


Eine verstellbare Lordosentütze bringt der Outback in allen Ausstattungsvarianten mit. Die Sitzheizung vorne sowie hinten auf den äußeren Sitzen ist ebenfalls Serie. In der Platinum-Variante ist der Fahrersitz zehnfach elektrisch verstellbar und verfügt über darüber hinaus eine Memory-Funktion. Zusätzlich gibt’s ein Schiebedach und das Soundsystem vom hochpreisigen Hersteller harman/kardon.



Subaru Outback (2021): Infotainment


Der ganze Innenraum, aber allem voran die neueste Generation des Subaru-Infotainment-Systems, stellen ein großen Sprung nach vorne dar. In meinem Test des Subaru Forester hatte ich erwähnt, dass der Bildschirm für die heutige Zeit etwas klein ausfällt. Das ist mit dem neuen Infotainment-System jetzt deutlich besser: Im Outback haben wir ein 11,6-Zoll großes Hochkant-Format, das in dieser Form richtig gut aussieht und sich perfekt in die Mittelkonsole integriert. Definitiv kein nachträglich „drangebapptes“ iPad, wie es sonst manchmal den Eindruck macht.


Schön integriert. Das neue, 11,6-Zoll große Hochkant-Display fügt sich stimmig ins Gesamtbild ein.


Richtig gut finde ich, dass wichtige Elemente wie die Lautstärke und die Klimasteuerung weiterhin auch per Taste steuerbar sind. Die Smartphone-Einbindung mit Apple CarPlay und Android Auto ist via Kabel verfügbar. Zudem gibt’s DAB+, zweimal USB sowie einen AUX-Anschluss und das alles serienmäßig. Lediglich für das bordeigene Navigationssystem muss man zu den höheren Ausstattungsvarianten greifen.



 Konnektivitäts-Zentrale in der Mittelkonsole: Zweimal USB, einmal AUX.


Verdammt gut: das Platzangebot


Die Rückbank im Outback ist ein sehr geräumiges Verkaufsargument. Hier hat jeder Mitfahrende enorm viel Platz. Sogar auf dem mittleren Sitz habe ich mit meinen 1,85 Meter noch viel Luft nach oben.


Daumen hoch! Hinten gibt's auf allen drei Sitzen massig Platz.


Das Platzangebot ist in alle Richtungen ungeheuer gut. Die Sitzheizung für die äußeren Sitze sowie jeweils zwei USB- Anschlüsse und Luftausströmer sind serienmäßig.



Subaru Outback: Klassenbester beim Kofferraum


In Sachen Geräumigkeit mach dem Outback keiner etwas vor. Bis zu 1.822 Liter kann der Kofferraum bei umgeklappter Rückbank fassen. Das sind 42 mehr als bei einem Passat Variant. Die jetzt (viel) schnellere Heckklappe verfügt über einen cleveren Öffnungsmechansimus. Einfach die Handfläche oder den Arm unter das Logo halten: Das funktioniert auch mit einem Kasten Sprudel in der Hand. Natürlich bietet sich – wer vor dem Anheben des Wasserkastens dran gedacht hat – auch die automatische Öffnung per Schlüssel an.


Lademeister in seiner Klasse: Bis zu 1.822 Liter passen in das riesige Heckabteil.


Selbstredend ist die Ladekante mit rund 79 Zentimetern recht hoch. Kein Wunder bei einem offroadfähigen Fahrzeug mit 21,3 Millimetern Bodenfreiheit. Dafür ist die Ladefläche nahezu flach. Die Rückbank stellt lediglich einen minimalen Anstieg dar.



Subaru Outback: dem Namen gerecht


Apropos Bodenfreiheit: Mit dem Allradantrieb und 21,3 Zentimetern Luft nach unten kann sich der Outback auch gerne in wirklich widriges Gelände wagen. Zum Vergleich: Ein Tiguan kommt auf 20 Zentimeter und ein Passat Alltrack erreicht nur 17,2 Zentimeter.


Für die richtigen Abenteurer unter den Outback-Käufern gibt es die Ausstattungsvariante “Exclusive Cross”. Die zeigt ihre robuste Sportlichkeit mit einem schwarzen Kühlergrill, schwarzen Seitenspiegeln und einer schwarz-grün lackierten Dachreling. Diese kann beim “Exclusive Cross” (statisch) 318 Kilogramm tragen. Perfekt also für die Nutzung eines Dachzelts mit der ganzen Familie. Die anderen Varianten, die ebenfalls über eine Dachreling mit klappbaren Querträgern verfügen, tragen (statisch) immerhin noch 185 kg.



Subaru Outback 2.5i: So fährt der Vierzylinder-Sauger


Ran ans Eingemachte, wie fährt der Boxer-Sauger mit 169 PS? Gehen wir zur Beantwortung dieser Frage zunähst auf die Motor-Getriebe-Kombination ein: Subaru hat die das "Lineartronic"-CVT-Getriebe überarbeitet, was sich auch bemerkbar macht. Der Gummibandeffekt ist reduziert und das Getriebe arbeitet etwas leiser, als man das von älteren Modellen kennt. Seine Identität als CVT-Getriebe vermag es dennoch nicht ganz zu verstecken. Vom Fahrverhalten ähnelt der Outback in gewisser Weise einem Auto, dass ich kürzlich getestet habe: dem Lexus NX 300h. Beide haben einen 2,5-Liter-Reihenvierzylinder-Sauger an Bord, wobei im Outback ein Boxermotor im Einsatz ist, während der „Landsmann“ NX Elektro-Unterstützung hat. Beide arbeiten mit einem CVT-Getriebe und sind ähnlich weich und komfortabel abgestimmt.


Wie auch der NX ist der Outback kein Renner. Aber Fahrspaß hat schließlich nicht immer nur etwas mit Geschwindigkeit oder Beschleunigung zu tun. Gemütliches Cruisen kann auch eine feine Sache sein. Und das können diese Fahrzeuge mit CVT-Getriebe. Wenn man es doch mal eilig hat, dann stellt man im Outback die "SI"-Fahrmodisteuerung von "Intelligent" auf "Sport", kommt in den Genuss eines direkteren Ansprechverhaltens und ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h ziemlich gut dabei. Positiv fällt bei hohen Geschwindigkeiten die gute Dämmung auf. Das passt zum auch ansonsten sehr wertigen Innenraum.


Bis Tempo 160 sind Windgeräusche nicht wirklich ein Thema und auch den Motor hört man bei dieser Geschwindigkeit fast gar nicht. Erst darüber hinaus wird es lauter und zudem auch zäh, was den Vortrieb angeht. Die perfekte Reisegeschwindigkeit des Outback liegt zwischen wischen Tempo 150 und 160.


Der Subaru-SUW fährt gut, sicher, gutmütig und sehr komfortabel. Und dazu auch sehr ruhig, solange man ihn nicht tritt. Nur besonders schnell ist er eben nicht. Zudem neigt die leichtgängige Lenkung an ihrem minimalen toten Punkt in der Mitte zu einer gewissen Indifferenz. Wer also auf Dynamik steht und eine harte und direkte Lenkung bevorzugt, der ist hier nicht der richtige Kunde. Als Familienauto, das man auch dem Nachwuchs mit frischem Führerschein sorgenfrei mitgeben kann, ist der Outback dagegen perfekt.  



Subaru Outback (2021): EyeSight sorgt für Vertrauen


Sohnemann oder Tochter wird dann auch von Subarus EyeSight-System beschützt und unterstützt. Neben dem Infotainment-System hat Subaru auch das Fahrassistenzsysztem nochmals verbessert. Es hat jetzt einen weiteren Kamerawinkel und ermöglicht autonomes Fahren der Stufe zwei. Der Outback übernimmt also in bestimmten Situationen das Steuern, auch wenn die Hand am Lenkrad bleiben muss. Tut sie das nicht, meckert das System nach einigen Sekunden zu Recht. Der teilautonome, adaptive Tempomat funktioniert bis Tempo 180 und hält das Fahrzeug zuverlässig in der Spur.


Auch die Fahrerbeobachtung Im Outback ist auf zack. Einmal etwas zur lange zur Seite geschaut? Das Auto lässt es mich wissen. Manchmal sagt er mir auch: "Bitte aufmerksam bleiben!" Und einmal schlug mir der Outback gerade einmal 25 Minuten nach Reiseantritt eine Pause vor. Dabei fühlte ich mich noch recht fit. Nun könnte man behaupten, eine solche Kontrolle sei nervig. Ich fühlte mich stattdessen eher gut aufgehoben und behütet. Das Auto passt auf mich auf und animiert mich dazu, aufmerksam und konzentriert zu fahren. Ich kann darin nichts Schlechtes sehen.



Subaru Outback (2021): Ausstattung und Preis


Der Einstieg beim Outback (Variante "Trend") liegt bei 40.890 Euro. Dabei muss man die sehr umfangreiche Serienausstattung erwähnen:


  • 11,6 Zoll Infotainmentsystem samt Navigation
  • Matrix-LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht
  • Rückfahrkamera
  • Zwei-Zonen-Klimaautomatik
  • beheizbares Lederlenkrad
  • Sitzheizung vorne wie hinten
  • schlüssellose Zugangssystem
  • Dachreling-System mit ausklappbaren Querträgern


Die Topvariante „Platinum” bietet zusätzlich Surround-View, Nappaleder-Sitze in drei zur Wahl stehenden Farben, ein kleines Glashub-Dach sowie ein harman/kardon-Soundsystem für dann insgesamt 45.990 Euro.



Subaru Outback (2021): Fazit


Was die Fahrassistenzsysteme und das Infotainment betrifft, hat Subaru einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Das große Display ist in der heutigen Zeit angekommen und die ganze Innenraumgestaltung fällt beim Outback positiv auf.


So sieht Freundschaft aus: YesAuto-Redakteur Arne Roller mit dem Outback in der Prärie.


Antriebstechnisch würde dem Outback auch ein sparsamer Diesel-Boxer mit Mildhybridisierung und Doppelkupplungsgetriebe gut tun. Oder aber auch ein Plug-in-Hybrid. Aber diese Varianten werden wir wohl nicht bekommen. Der 2,5-Liter-Benziner fährt sich angenehm und ruhig, ist aber nicht das Richtige für jedes Fahrprofil. Und es ist, wie es ist: Nicht jeder hat Spaß am CVT-Getriebe. Etwas mehr Auswahl wäre also schön.  


Richtig gut ist - wie man es von Subaru kennt - das Preis-/Leistungs-Verhältnis. Auch die Garantie-Bedingungen sind sehr fair: Fünf Jahre bzw. 160.000 Kilometer. 


Der Outback bietet sehr viel Ausstattung fürs Geld, kann Alltag, macht auch als Familienkombi eine gute Figur und ist doch zu viel mehr fähig. Er trägt seinen Namen nicht umsonst.  




Subaru Outback 2.5i Platium Lineatronic – Technische Daten:


Fünftürer, fünfsitziger Allroad-Kombi mit permanentem Allradantrieb 

Länge/Breite/Höhe: 4.870 mm/1.875 mm/1.670-1.675 mm

Radstand: 2.745 mm  

Kofferraumvolumen: 561 bis 1.750 (dachhoch) Liter

Motor: 2,5-Liter-Reihenvierzylinder-Boxermotor, 124 kW/169 PS bei 5.000-5.800 U/min, maximales Drehmoment: 252 Newtonmeter bei 3.800 U/min, vier Ventile pro Zylinder, Steuerketten mit Kettenspannern (wartungsfrei)

Antrieb: Permanenter Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung (“Active Torque Split”)

Getriebe: 8-Gang-CVT-Automatikgetriebe (“Lineartronic”)

Leergewicht: 1.674 Kilogramm

Anhängelast (ungebremst/gebremst): 750 / 2000 kg

0-100 km/h: 10,2 s

Vmax: 193 km/h

Durchschnittsverbrauch (NEFZ): 7,4 l/100 km

CO2-Ausstoß (NEFZ): 169 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM

Effizienzklasse: C

Tankinhalt: 63 Liter

Preis: ab 40.890 Euro


Offroad-Werte

Bodenfreiheit: 213 mm

Böschungswinkel vorne/hinten: 19,7 / 22,6 

Rampenwinkel: 21,0


Zusatzinformationen

Testverbrauch: 7,79 Liter

Steuer pro Jahr: 303 Euro

Versicherungsklassen KH/VK/TK: 18/28/25

Wartung: 30.000 km (max. 2 Jahre)

Garantie: 5 Jahre / 160.000 km

Arne Roller

30 Juni. 2021