Toyota zeigt Wasserstoff-GR Yaris

Arne Roller

04 Dez. 2021

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Für den größten Autobauer der Welt ist der Verbrenner kein Auslaufmodell.


Erst Mitte November hatten Toyota, Subaru, Mazda, Yamaha und Kawasaki eine neue Initiative zur Forschungs-Zusammenarbeit bei Wasserstoff-Antrieben und co2-neutralem Diesel verkündet.

Diesen Freitag nun stellte Toyota ein GR Yaris-Konzeptfahrzeug mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor vor. Die Kraftstofftanks und der Betankungsprozess des Versuchsfahrzeugs sind identisch mit denen des Mirai, Toyotas kommerziell erhältlichem Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug.


Während der Mirai jedoch chemische Reaktionen in einer Brennstoffzelle nutzt, um mit elektrischer Energie die Reifen anzutreiben, verfügt der experimentelle GR Yaris über einen Verbrennungsmotor.

Toyota lässt wissen, dass die Technologie für Wasserstoff-Verbrennungsmotoren noch in den Kinderschuhen steckt und der Autohersteller man sich „in den frühen Stadien der konzeptionellen Entwicklung und des Experimentierens“ befinde. Die Technologie sei noch weit von der Kommerzialisierung entfernt, während sie im Motorsport bereits genutzt wird: Ein Toyota Corolla mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor tritt seit Mai dieses Jahres in der Super Taikyu-Rennserie in Japan an.


Der Motor im jetzt vorgestellten GR Yaris-Konzept ist der gleiche 1,6-Liter-Dreizylinder-Turbo wie im Serien-GR Yaris, allerdings mit modifizierter Kraftstoffversorgung und -einspritzung, die auf die Anforderungen des andersartigen Kraftstoffs zugeschnitten ist. Wasserstoff verbrennt schneller als Benzin, was für ein besonders gutes Ansprechverhalten sorgt. Gleichzeitig ist die Wasserstoffverbrennung extrem sauber. Der Sound allerdings, er bleibt, wie man es von Verbrennungsmotoren kennt und schätzt. Eine Kostprobe gibt’s hier:



Mit Akyo Toyoda hat der größte Automobilhersteller der Welt gleichzeitig auch den wohl größten Motorsport-Fan unter den Auto-CEOs an der Spitze. Bei Toyota hat der Boss ein Herz für Verbrenner. „Der Kohlenstoff ist der Feind, nicht der Verbrennungsmotor“, erklärte er Mitte November seine Einstellung zur Thematik. Zum Wasserstoff-Projekt hatte der Enkel von Toyota-Gründer Toyoda Kiichirō folgendes zu sagen:


„Wir haben den ersten Schritt gemacht und nehmen die Herausforderung an, den Wasserstoff-Verbrennungsmotor konkurrenzfähig zu machen. Ich stelle mir vor, dass die Dinge in 10 Jahren etwas anders aussehen werden, und ich hoffe, dass die Leute zurückblicken und sehen, wie wir die Herausforderung positiv angenommen und jeden Moment davon genossen haben.“

-Akyo Toyoda-


Um C02-Neutralität zu erreichen, arbeitet Toyota im Gegensatz zu manch anderen Herstellern auf mehreren Baustellen. Man steht zu seinen Brennstoffzellenfahrzeugen und forscht an umweltfreundlichen Kraftstoffen für Verbrenner. Gleichzeitig ist man mit dem bZ4X jetzt auch in die Welt der reinen E-Autos eingestiegen. Für die Freunde des gepflegten Motorensounds ist Toyotas technologieoffener Ansatz eine gute Nachricht. Der wichtigste Akteur in der Branche hat sich zum Ziel gesetzt, Klima und Verbrennungsmotor gleichzeitig zu retten. Man darf sich Hoffnung machen, dass er es schafft.


(Fotos: Toyota)


Arne Roller

04 Dez. 2021