Toyota & Co.: Japan-Allianz setzt auf Verbrenner

Arne Roller

18 Nov. 2021

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Führende Hersteller aus der Industrienation setzen beim Erreichen der Co2-Ziele nicht alleine auf E-Autos. Sie forschen und testen nun gemeinsam in Sachen Wasserstoff und co2-neutralem Diesel.



Fünf der größten japanischen Fahrzeug- und Motorradhersteller – Subaru, Toyota, Mazda, Kawasaki und Yamaha – haben gemeinsam einen Plan zur Sicherung der Zukunft des Verbrennungsmotors präsentiert. Mazda hat mit dem MX-30 seit dem letzten Jahr einen Stromer im Portfolio, Toyota und Subaru sind mit ihren E-Autos bz4x und Solterra in den BEV-Markt eingestiegen. Parallel aber wollen die Unternehmen weiter daran arbeiten, co2-neutrale Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren zu entwickeln.


Entgegen dem Branchentrend einer vollständigen Elektrifizierung, verlautbarten Vertreter aller fünf Firmen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rahmen der Super Taikyu-Rennserie in Okayama Anfang dieser Woche ihre gemeinsamen Anstrengungen, den Verbrennungsmotor mit umweltfreundlichen Kraftstoffen am Leben zu erhalten. Dafür forschen sie mit vereinten Kräften an Biodiesel, aus Biomasse gewonnenen synthetischem Kraftstoff sowie grünem Wasserstoff und wollen diese im Rennsport einsetzen.



„Toyota & Friends“: Biodiesel, E-Fuels und Wassertoff-Verbrenner


Die gemeinsamen Pläne der fünf Unternehmen sehen wie folgt aus:

   

  • Mazda und Toyota: Einsatz von Biodiesel der nächsten Generation im Rennsport
  • Subaru und Toyota: Einsatz von aus Biomasse gewonnenen E-Fuels in der Super Taikyu-Serie ab 2022
  • Yamaha und Toyota: Einsatz eines Fahrzeugs mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor bei Super Taikyu-Rennen
  • Kawasaki und Yamaha: Mögliche gemeinsame Anstrengungen zur Entwicklung von  Wasserstoffmotoren für Motorräder
  • Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der „Herstellung, dem Transport und der Nutzung von Kraftstoff in Kombination mit Verbrennungsmotoren“


Mazda hat bereits am vergangenen Wochenende mit dem Diesel-Konzeptfahrzeug Demio an einem dreistündigen Rennen der „Super Taikyu"-Rennserie teilgenommen. Der Rennwagen wurde dabei ausschließlich mit aus Biomasse gewonnenem Dieselkraftstoff betankt. Der Kraftstoff entsteht aus Speiseöl und -fetten, was laut dem Hersteller bedeutet, dass er nicht mit der menschlichen Nahrungsversorgung konkurriert. Zudem erfordert er keine Modifikationen am Motor und kann die bestehende Infrastruktur (Tanklaster sowie Tankstellen etc.) nutzen. Das Unternehmen verwendet den Biodiesel bereits in einigen seiner Firmenwagen. Seine Leistung sei mit der von herkömmlichem Diesel auf Erdölbasis vergleichbar, sagt Mazda.


Dieser Renner auf Basis eines Mazda Demio fährt mit aus Biomasse gewonnenem Biodiesel. (Foto: Mazda)


Toyota und Subaru werden ihre bestehende Partnerschaft erweitern, um „kohlenstoffneutrale“ synthetische Kraftstoffe ebenfalls in einer Rennumgebung zu testen. Nächstes Jahr bringen die beiden japanischen Hersteller mit aus Biomasse gewonnenen E-Fuels befüllte Subaru BRZ/ Toyota GR 86-Sportwagen in Japans Super Taikyu-Rennserie zum Einsatz. Schon jetzt nutzt Toyota in dieser Rennserie einen Toyota Corolla mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Auch dieses Projekt soll weiterlaufen, künftig in Zusammenarbeit mit Yamaha.


Wasserstoff ja, aber ohne Brennstoffzelle. In diesem Toyota Corolla arbeitet ein Wasserstoff-Verbrennungsmotor. (Foto: Toyota)


Für eine saubere Klimabilanz ist dabei natürlich „grüner“ Wasserstoff erforderlich: Produktion und Transport müssen ohne den Einsatz fossiler Energien erfolgen. Die Unternehmen arbeiten hierfür mit verschiedenen Partnern und lokalen Gemeinden zusammen. Während in der Herstellung beispielsweise Biomasse aus der Abwasseraufbereitung in bestimmten Regionen genutzt wird, kommen Brennstoffzellen-Lkw für den Transport zum Einsatz.



Toyota: Der Verbrennungsmotor ist nicht der Feind


Bei Toyota hat man eine ganz klare Meinung: Um den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor zu mindern, reicht die Elektrifizierung der Fahrzeugpalette allein nicht aus. Das ist auch der Grund, warum der weltweit größte Autobauer im Gegensatz zu Herstellern wie unter anderem Mercedes-Benz, Ford und General Motors beim Weltklimagipfel die Initiative zum Abschied vom Verbrennungsmotor bis 2040 nicht unterschrieben hat (auch VW und Stellantis unterzeichneten nicht). Toyotas Boss Akyo Toyoda ist bekanntermaßen großer Motorsport-Fan. Und er hat eine klare Meinung zum Thema:


"Der Feind ist der Kohlenstoff, nicht der Verbrennungsmotor." - Toyota-Chef Akio Toyoda -


Am Einsatz von E-Fuels in neuen Verbrennern sowie Bestandsfahrzeugen ist auch Porsche interessiert. Aktuell kranken die synthetischen Kraftstoffe allerdings noch an einem niedrigen „Well-to-Wheel“-Wirkungsgrad (von der Quelle bis zum Rad) und hohen Produktionskosten. 


(Titelbild: Toyota Motor Corporation/YouTube)

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Arne Roller

18 Nov. 2021