Toyota Yaris: Zwei Mal „Car of the Year” in vier Generationen

Mathias Keiber

04 März. 2021

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Was im Jahr 2000 in erster Generation gelingt, gelingt 21 Jahre später wieder: Der Toyota Yaris ist Europas Auto des Jahres.

Eine 59-köpfige Jury mit Automobiljournalisten aus 22 verschiedenen europäischen Ländern hat den Toyota Yaris zu Europas „Car of the Year 2021“ gewählt. Der Kleinwagen tritt damit in die Fußstapfen des allerersten Yaris, der den begehrten Titel schon im Jahr 2000 einheimsen konnte. Wir schauen uns alle vier Generationen noch einmal an.



Yaris XP21: seit 2020


Mit insgesamt 266 Punkten hat der Yaris das Rennen um Europas Auto des Jahresn 2021 für sich entschieden. Die Jury lobt insbesondere die Hybridtechnologie, für die sich laut Toyota vier Fünftel aller Yaris-Käufer entscheiden. Dabei zum Einsatz kommt ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 91 PS, der an einen 79 PS starken Elektromotor gekoppelt ist. Zusammen kommen die Beiden auf eine respektable Systemleistung von 116 PS und zeigen sich dabei ziemlich sparsam: Nach WLTP begnügt sich der hybridisierte Yaris mit 3,8 Litern auf 100 Kilometer und stößt 87 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Beides sind Spitzenwerte.

Yaris XP21. (Alle Fotos: Toyota)


Mit einem Anschaffungspreis von mindestens 19.900 Euro ist der Yaris Hybrid zwar kein Schnäppchen. Allerdings sind bereits bei der ab 15.790 Euro erhältlichen Einstiegsvariante Systeme wie Spurhalte- und Notbremsassistent sowie Frontkollisionswarnung mit Fußgänger- und Radfahrererkennung serienmäßig – was in dieser Fahrzeugklasse alles andere als üblich ist.


Generell kann der Yaris aber auch unvernünftig, dann nämlich, wenn er GR Yaris heißt. Als solcher hat er mehr als doppelt so viel PS (261), braucht mehr als doppelt so viel Benzin (7,7 l/100km nach WLTP) und stößt mehr als doppelt so viel CO2 aus (186 g/km nach WLTP) – allerdings macht er auch mindestens doppelt so viel Spaß, meint unser Arne.


Derweil macht der Trend hin zur SUV-Karosserie auch vor dem Kleinwagen nicht halt. Demnächst wird er deshalb als Yaris Cross debütieren. Mit 4,18 Metern Länge ist die SUV-Variante bei gleichem Radstand von 2,56 Metern insgesamt 24 Zentimeter länger. Davon profitiert in erster Linie der Kofferraum, der um mehr als 100 auf dann 390 Liter Volumen wächst. In Deutschland wird er sich mit heimischen Bestsellern wie dem Opel Mokka (Fahrbericht) messen.



Yaris XP13: 2010 bis 2020


Die dritte Yaris-Generation ist die letzte, die es noch mit Dieselmotor gibt. Das allerdings auch nur bis zum zweiten Facelift 2017. Doch bleibt das Auto weniger als letzter selbstzündender Yaris in Erinnerung, sondern viel mehr als erster vernünftig vernetzter Kleinwagen. Zur europäischen Markteinführung im Oktober 2011 ein echter Clou im Segment ist das Internet-basierte Navigationssystem. Überhaupt, Connectivity: Ein USB-Anschluss im Handschuhfach koppelt das Smartphone mit dem Infotainment-System. Damit schlägt Toyota der Konkurrenz ein Schnippchen. Kein anderer Kleinwagen kann das zu diesem Zeitpunkt.

Yaris Hybrid, 2012.


Auch führt Toyota im XP13 die Vollhybrid-Technolgie ein. Zum Einsatz kommt der 1,5-Liter-Otto des Prius II mit 54 kW. Der Akku ist clever unter der Rücksitzbank verstaut. Das hat zur Folge, dass es verglichen mit dem konventionell angetriebenen Yaris keine Einbußen beim Kofferraumvolumen von 286 Litern gibt. Per Druck auf die „EV-Taste“ lassen sich kurze Strecken sogar vollelektrisch zurücklegen.


Zum Facelift 2017 verbannt Toyota nicht nur den Selbstzünder aus der Modellreihe, auch wird 1,33-Liter-Benziner durch einen stärkeren 1,5-Liter-Motor ersetzt und insgesamt über 900 Teile getauscht. In den Handel kommt der modellgepflegte Yaris im April 2017 zu Preisen ab 12.540 Euro. Die Basisvariante kostet in vierter Generation gut 3000 Euro mehr.



Yaris XP9: 2005 bis 2011


Ein natürliches Manko kleiner Autos gegenüber größeren ist die Sicherheit der Insassen beim Aufprall – ein Yaris ist eben kein Land Cruiser. Dass im zweitkleinsten Segment trotzdem ein hohes Sicherheitsniveau möglich ist, zeigt Toyota mit der zweiten Generation des Yaris. Das Modell erreicht im Euro-NCAP-Crashtest von Oktober 2005 beim Erwachsenen-Insassenschutz mit 35 Punkten als erstes Fahrzeug aus dem B-Segment das Maximum von fünf Sternen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: beim Kinderschutz reicht es nur für drei Sterne. Die Gründe: Die Isofix-Halterung im Fond sowie die Deaktivierung des Beifahrer-Airbags sind nicht deutlich genug gekennzeichnet.

Yaris TS, 2007.


Eine Hybridversion gibt es in zweiter Generation noch nicht, wohl aber eine Rennsemmel: den Yaris TS mit 1,8-Liter-Motor, beachtlichen 133 PS und 173 Nm maximalem Drehmoment. Äußerlich unterscheidet sich der Yaris TS von der konventionellen Variante zum Beispiel durch eine Frontschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern, einen aggressiveren Kühlergrill und 17-Zoll-Alu-Räder. Fahrer und Beifahrer nehmen auf Sportsitzen Platz, statt digitaler Instrumente finden sich in dem kleinen Kraftmeier analoge.



Yaris P1: 1999 bis 2005


Der Yaris erster Generation ersetze im Kleinwagensegment die 21 Jahre lang gebaute Modellreihe Starlet. Als erster Toyota erhält er seine Form im europäischen Designzentrum ED2, die Produktion erfolgt ab 2001 im damals neu eröffneten Toyota-Werk im französischen Valenciennes – wo er nach insgesamt über vier Millionen Exemplaren heute noch vom Band fährt.


Das Karosserie-Konzept „kurz und hoch“ sorgt für bessere Rundumsicht und lässt den in der Länge 3,61 Meter messenden Yaris von innen größer wirken, als er von außen erscheint. Das überzeugt auch seinerzeit die Journalisten: wie 2021 wieder wird der Yaris bereits im Jahr 2000 in Europa zum „Car of the Year“ gewählt, sein Downsizing-1-Liter-Benziner mit variabler Ventilsteuerung erhält das Prädikat „Engine of the Year“.

Yaris und Yaris Verso, 2001.


Buchstäblich auf die Spitze treibt Toyota das „kurz und hoch“-Konzept mit dem Yaris Verso, einem sogenannten „Micro-Van“. Bei einer Länge von gerade einmal 3,89 Metern ragt das Modell 1,68 Meter in die Höhe und kommt dank vertikal abgeschnittenem Heck und im Boden versenkbaren Rücksitzen auf einen Laderaum von sagenhaften fast 2000 Litern.


Den Verso gibt’s nun nicht mehr, der Yaris aber ist mittlerweile genauso lange in Produktion wie sein Vorgänger, die Starlet-Modellreihe. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

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Mathias Keiber

04 März. 2021