Vollelektrische Raubkatze für die virtuelle Langstrecke

Mathias Keiber

18 Dez. 2020

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"Gran Turismo"-Zocker aufgepasst! Jaguar hat da was für Euch.

Mittags Meetings mit Kollegen im virtuellen Konferenzraum, abends Quizrunde mit Kumpels am digitalen Stammtisch: Corona wirkt für die Digitalisierung wie ein Katalysator. Auch im Motorsport macht sich das bemerkbar: BMW etwa konzentriert seine Aktivitäten zusehends auf das immer beliebtere Sim-Racing – und Jaguar hat für Hobby-Racer jetzt einen Rennwagen für die Spielkonsolen-Langstrecke vorgestellt. „Vorhang auf“ bzw. „Bildschirm an“ für den Vision Gran Turismo SV!

Entwickelt wurde das Modell in der realen Welt als 1:1-Designstudie – zum Einsatz auf der Playstation von Sony. Das digitale Hypercar knüpft an die elektrische Jaguar-Sportwagenstudie für den Spiele-Klassiker „Gran Turismo“ an – das Jaguar Vision Gran Turismo Coupé. Ziel war es, so Jaguar, „noch einmal alles zu untersuchen, was die Performance weiter steigern könnte und so neu zu denken, wie ein elektrischer Jaguar Langstreckenrennwagen der Zukunft aussehen könnte.“ Dabei griffen die Briten auch auf das Feedback von Konsolenspielern in Online-Videos und -Foren zurück.

Ganz wichtig beim virtuellen Rennwagen ist zunächst einmal natürlich das Außendesign. Dessen grafische Gestaltung nimmt beim Vision Gran Turismo SV das Motiv einer elektronischen Leiterplatte auf. Das soll verdeutlichen, dass das Auto rein elektrisch angetrieben wird. Ergänzt wird das Design-Feature um Jahreszahlangaben, die auf die jeweils ersten Le Mans-Einsätze des C-Type und D-Type in den Jahren 1951 und 1954 verweisen.

Die stromlinienförmige Leichtbau-Karosserie aus Verbundmaterial nimmt im Gegensatz zum Coupé statt drei nun vier Elektromotoren auf. Zusammen entwickeln sie eine Leistung von 1.400 kW (1.903 PS) und ein vom ersten Meter an abrufbereites Drehmoment von 3.360 Nm. Mit Hilfe von Allradantrieb und Torque Vectoring katapultiert das den Vision Gran Turismo SV von 0 auf 100 km/h in 1,7 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 410 km/h.

Die Silhouette des Vision GT Coupés ist auch am GT SV noch deutlich zu erkennen; inklusive der von C- und D-Type inspirierten Kotflügel. Trotz des zusätzlichen E-Motors an der Vorderachse bleibt der Radstand mit 2.721 Millimetern gleich. Mit 5.540 Millimetern ist der GT SV allerdings beträchtliche 861 Millimeter länger als das Coupé – der virtuellen Aerodynamik wegen. Für mehr Traktion in schnellen Kurven und maximale Richtungsstabilität auf langen Geraden ist der GT SV einem größeren Frontsplitter und einem teilaktiven Heckspoiler ausgerüstet.

Dessen feststehendes Hauptprofil führt bis um die Ecken des GT SV herum und geht nahtlos in die hinteren Hüften über. Zwei bewegliche Abschnitte schwenken bei höherer Geschwindigkeit automatisch nach oben, um so zusätzlichen Anpressdruck zu erzeugen. Sie fahren wieder in ihre normale Ausgangsposition zurück, wenn minimaler Luftwiderstand gefordert ist.

Beim elektrischen Antriebsstrang sind zwei Neuheiten sind besonders hervorzuheben: Ein zweiter Motor für die Vorderachse, der mit 300 kW (407 PS) erst die im Lastenheft festgelegten PS- und Drehmomentwerte ermöglicht. Zudem ein in Anbetracht der erhöhten Leistung optimiertes Thermomanagement-System—für einen Langstrecken-Rennwagen unabdingbar, um die hohen Geschwindigkeiten und extremen Beschleunigungsvorgänge über die gesamte Distanz thermisch im Griff zu behalten.


Für „Gran Turismo“-Zocker an der Konsole gilt derweil: kühlen Kopf bewahren! Es ist alles nur eine Simulation.


(Abbildungen: Jaguar)


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Mathias Keiber

18 Dez. 2020