Volvo Concept Recharge: Blick in die Zukunft schwedischer Individual-Mobilität

Mathias Keiber

17 Nov. 2021

1/4
Als Vorbote für die Zukunft von Volvo setzt das Studienfahrzeug nicht nur auf einen vollelektrischen Antrieb.

Ein „E“ vor dem Begriff „Mobilität“ reicht längst nicht mehr, um dem Begriff „Umwelt“ ein „freundlich“ anzuhängen. Das liegt zum einen daran, dass aktuell noch keine elektrischen Auto-Antriebe gebaut werden (können), ohne dass man dabei unfreundlich zur Umwelt ist. Zum anderen liegt es schlicht auch am Material für Karosserie und Konsorten. Volvo, das ab 2030 ausschließlich Elektroautos anbieten will, ist sich dessen natürlich voll bewusst. Rollende Schweden-Stahl-Burgen mit Ledersitzen wird es deshalb in neun Jahren nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt geben.


Wie die Zukunft der Marke Volvo konkret aussehen könnte, darauf gibt jetzt die Studie „Concept Recharge“ einen Ausblick. Sie verwendet Werkstoffe aus recycelten und erneuerbaren Materialien für Interieur und Reifen und setzt auf ein aerodynamisches Design. In puncto CO2-Belastung über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus hinweg rechnet Volvo dabei mit Einsparungen von rund 80 Prozent gegenüber einem Volvo XC60 des Modelljahres 2018. Konkret heißt es: „Wird das Volvo Concept Recharge mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien aufgeladen, würde es dadurch einen CO2-Fußabdruck von weniger als zehn Tonnen aufweisen.“

Für das Interieur verwendet Volvo schwedische Wolle, umweltverträgliche Textilien und leichte Verbundstoffe aus natürlichen Quellen, wobei die Wolle zu einem atmungsaktiven Stoff frei von Zusätzen verarbeitet wurde. Das Material ziert die Rückenlehne der Sitze und die Oberseite der Instrumententafel. Der Boden und die unteren Türen sind mit einem Teppich aus 100 Prozent Wolle bedeckt.


Sitzpolster und Türinnenflächen sind aus einem Material gefertigt, das Fasern aus Zellulose enthält. Der Stoff besitze eine hohe Haltbarkeit, fühle sich zugleich aber weich an, heißt es von Volvo. Für die Sitzlehnen und Kopfstützen sowie einen Teil des Lenkrads nutzen die Schweden ein neu entwickeltes Material namens „Nordico“. Dabei handle es sich um ein weiches Produkt aus biobasierten und recycelten Bestandteilen, die aus nachhaltigen Wäldern in Schweden und Finnland stammen und einen um 74 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als Leder aufweisen sollen.

An anderen Stellen im Innenraum wie den unteren Ablageflächen, der Rückseite der Kopfstütze und der Fußstütze kommt ein Flachsverbundstoff zum Einsatz. Dafür wurden Fasern der Leinsamenpflanze mit Verbundwerkstoffen gemischt. Auch die vorderen und hinteren Stoßfänger sowie die Schweller-Verkleidungen bestehen aus Flachsverbundstoff.


Durch den Wegfall des Verbrennungsmotors zugunsten eines rein elektrischen Antriebsstrangs spielen die Reifen eine noch wichtigere Rolle. Das Concept Recharge fährt daher auf speziellen Reifen von Pirelli vor. Sie sollen völlig frei von Mineralöl sein und zu 94 Prozent aus fossilfreien Materialien bestehen, darunter Naturkautschuk, Bio-Silica, Rayon und Bioharz.

Auch bei für die Aerodynamik hat Volvo einiges getan: den Luftstrom glättende Elemente, ein neues Raddesign, ein niedrigeres Dach und ein aufrechteres Heck sollen den Luftfluss verbessern. Die klassische SUV-Form, eigentlich ja gar nicht so aerodynamisch, gehe dadurch mit einer erhöhten Reichweite einher, ohne die Platzverhältnisse und den mit einem Elektroauto verbundenen niedrigeren Schwerpunkt zu beeinträchtigen.


Was sich davon wirklich in künftigen Volvo-Modellen bis und ab 2030 wieder finden wird: Schaumermal. 


(Fotos: Volvo)

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Mathias Keiber

17 Nov. 2021