Volvo rechnet den XC40 Recharge P8 grün: Stromer nach 47.000 Kilometern mit weniger CO2

Lukas Schmidt

19 Feb. 2021

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Der schwedische Hersteller sorgt für mehr Transparenz und rechnet die tatsächlichen CO2-Emissionen seines ersten rein elektrischen Fahrzeugs auf den gesamten Lebenszyklus aus.

Nach einer Volvo-eigenen Berechnung weist das erste reine E-Auto der Schweden eine positive CO2-Bilanz im Vergleich zum Verbrenner-Modell auf. Nach 47.000 macht der emissionsfreie Vortrieb die energieintensive Produktion wett.


Über den gesamten Lebenszyklus verbraucht der XC40 Recharge P8 weniger CO2 als der Verbrenner (Alle Bilder: Volvo)


Warum rechnet Volvo den CO2-Abdruck des XC40 Recharge P8 aus?


Pünktlich zum Marktstart seines ersten Elektroautos will der schwedische Premium-Hersteller für mehr Offenheit und Transparenz in der Automobilindustrie werben. Nachdem Volvo bereits das in den Hochvoltbatterien verwendete Kobalt weltweit rückverfolgbar gemacht hat, rechnet das Unternehmen nun auch die genaue Klimabilanz seines ersten Elektrofahrzeugs aus. Demnach sind Stromer trotz einer verhältnismäßig großen CO2-Belastung während der Fertigung über das gesamte Fahrzeugleben betrachtet umweltfreundlicher als konventionell angetriebene Autos – selbst bei dem ungünstigsten Energiemix.


„Elektrifizierte Fahrzeuge machen bereits rund 30 Prozent unseres Absatzes in Europa aus. Daher ist es wichtig, ihre Umweltauswirkungen in vollem Umfang zu verstehen“, erklärt Anders Kärrberg, Head of Global Sustainability bei Volvo Cars. „Vollständige Transparenz hilft uns, CO2-intensive Materialien und Prozesse innerhalb unserer eigenen Betriebsabläufe und Lieferkette zu identifizieren. Die Ökobilanz liefert uns das für unsere Klimaziele notwendige Wissen.“



Wie haben die Schweden gerechnet?


Der geladene Strom verursacht je nach Ursprung mehr oder minder viel CO2. Noch mehr Emissionen entstehen in der Fahrzeugproduktion sowie bei der Nutzung und Verarbeitung bestimmter Materialien. Dabei schlagen sich nicht nur die Lithium-Ionen-Batterien in der Ökobilanz von Elektrofahrzeugen nieder, auch der vermehrte Einsatz von Aluminium, beispielsweise für den Sicherheitskäfig des Hochvoltakkus, macht sich bemerkbar. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der Lebenszyklus-Analyse (LCA) des Volvo Sustainability Centers, einer Abteilung des unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Bei dieser genormten Analyse wird jedes Bauteil des neuen vollelektrischen Volvo XC40 in Augenschein genommen und genau untersucht, wie sich das Fahrzeug über seinen kompletten Lebenszyklus auf die Umwelt auswirkt – von der Gewinnung der Rohstoffe, der Logistikkette, der Produktion und Montage, der Nutzungsphase bis hin zum Recycling der verbauten bzw. verwendeten Materialien.


Der vollelektrische Volvo XC40 Recharge P8 AWD rollt mit einem vergleichsweise großen CO2-Fußabdruck vom Band: Die Fertigung ist energieintensiver als bei konventionell angetriebenen Modellen. Ein Volvo XC40 mit Verbrennungsmotor verursacht dadurch in der Produktion fast 40 Prozent weniger Emissionen als die vollelektrischen Varianten. Insbesondere die leistungsstarken Lithium-Ionen-Batteriemodule und deren Kathoden- und Anodenmaterialien sowie das umschließende Aluminiumgehäuse schlagen hier zu Buche.


Während der Nutzung arbeitet das Elektroauto seine negative Bilanz jedoch sukzessive auf. Stammt der geladene Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenkraft, wo nur geringe Emissionen in der Herstellung der Windräder und Solarpanels entstehen, emittiert der Volvo XC40 Recharge P8 AWD bereits nach einer Laufleistung von 47.000 Kilometern weniger CO2 als sein benzinbetriebenes Pendant. Die Folge: Im Laufe ihres Lebens führen Stromer zu weniger als nur halb so viel CO2 wie Verbrenner-Modelle. Doch selbst mit dem angenommen ungünstigsten, zu größten Teilen auf fossilen Brennstoffen basierenden Strommix ist die CO2-Bilanz des ersten Volvo Elektroautos noch immer rund vier Tonnen besser als die vergleichbarer Benziner. Natürlich nur, sofern das Modell auch lange genug läuft. Volvo geht von einer Gesamtlaufleistung von 150.000 Kilometern aus.



Was kann der Volvo XC40 Recharge P8 überhaupt?


Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD ist das erste vollelektrische Modell der Schweden. Es baut wie seine konventionell angetriebenen Geschwister auf der kompakten Modular-Architektur (CMA) auf. Den Vortrieb übernehmen zwei, an Vorder- und Hinterachse platzierte Elektromotoren, die jeweils 150 kW (204 PS) entwickeln und zusammen ein Drehmoment von 660 Nm bereitstellen. Die Kombination ermöglicht zudem einen intelligenten Allradantrieb. Die tief im Fahrzeugboden platzierte Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie bietet dabei Reichweiten von mehr als 400 Kilometern (WLTP) und kann an Schnellladestationen in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden.



Durch den Wegfall des Verbrennungsmotors steht den Insassen zusätzlicher Stauraum vorn unter der Motorhaube im sogenannten „Frunk“ zur Verfügung. Als erstes Modell der schwedischen Premium-Marke hat der XC40 Recharge P8 AWD ein neues Infotainment-System auf Basis des Google Betriebssystems Android an Bord und bietet Personalisierung, intuitive Bedienbarkeit und neue integrierte Google Dienste wie Google Assistant, Google Maps und Google Play Store.



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Lukas Schmidt

19 Feb. 2021