Volvo V70 XC wird 25 Jahre

Mathias Keiber

11 Aug. 2021

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Der Allroad-Kombi ist der Urahn der heutigen Cross-Country- und SUV-Modelle von Volvo.

Die Premium-Platzhirsche Mercedes, BMW und Audi lassen auf dem deutschen Markt für die Konkurrenz aus dem Ausland historisch fast nichts übrig – außer für einen Elch aus Schweden. Nach Jahren des Wachstums ist Volvo mittlerweile fest als vierte Premiummarke in Deutschland etabliert.  25.980 Autos verkauften die Schweden in den ersten sieben Monaten des Jahres in der Bundesrepublik. Das ist zwar nur rund ein Fünftel dessen, was Mercedes, BMW und Audi einzeln verkauft haben – aber mehr als alle anderen Premium-Importeure zusammen.


Hauptwachstumstreiber für Volvo sind SUV-Modelle. Sie machen in Deutschland aktuell 77 Prozent am Gesamtabsatz der Marke aus. Damit haben die Schweden hierzulande die höchste SUV-Quote aller Hersteller, die nicht nur solche Autos bauen. Die Entwicklung hin zu Fahrzeugen mit erhöhter Bodenfreiheit begann bei Volvo vor knapp einem Vierteljahrhundert mit dem V70 XC. Er ist der Urahn heutiger Allroad-Kombis wie dem V60 Cross Country und dem V90 Cross Country – und letztendlich auch der unter dem Kürzel XC laufenden SUV.


Das Jahr 1996 stand bei Volvo nach eigenem Bekunden „im Zeichen der Abenteuerlust“: Erst präsentierten die Schweden mit dem 850 AWD ihren ersten Pkw mit permanentem Allradantrieb, anschließend nahm eine neue Fahrzeugklasse ihre Formen an, ein Kompromiss zwischen Familienauto und Geländewagen. Auf Basis des 850 AWD entstand der V70 XC.

Der V70 XC und zwei seiner Nachfahren: ein V60 Cross Country von 2015 und ein aktueller V90 Cross Country. (Fotos: Volvo)


Das 4,72 Meter lange Modell bot ausreichend Platz für eine fünfköpfige Familie und mit 575 Litern Kofferraumvolumen auch für deren Url. (ubsgepäck. Äußerlich hob sich der V70 XC mit grob gerastertem Kühlergrill, wuchtigerem Stoßfänger und eckiger Dachreling von der Standardversion ab. Auch von innen zeigte er sich mit besonders dicken Fußmatten und strapazierfähigen Teilledersitzbezügen entsprechend robust.


Zum Schein gesellte sich auch Sein: Das Querfeldein-Versprechen löste der Kombi mit höher gelegter Karosserie inklusive automatischer Niveauregulierung sowie mit permanentem Allradantrieb mit Antischlupfregelung für die Vorder- und Sperrdifferential für die Hinterachse ein. Eine Visco-Kupplung gab’s obendrein.


Wahlweise war der V70 XC mit 4-Stufen-Automatik oder 5-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet, aber immer gekoppelt an einen kultivierten Fünfzylinder-Turbo mit 193 PS. Ausnahme: In Ländern mit progressiver Hubraumsteuer wurde eine Version mit zwei Litern Hubraum angeboten.


Die Autokäufer fuhren drauf ab: Zwar wurde die erste Modellgeneration nicht einmal drei Jahre gebaut, doch entschieden sich in diesem Zeitraum knapp 54.000 Kunden für das Modell. Und damit war der Groschen in der Unternehmenszentrale in Göteborg gefallen.

Der Erfolg bildete den Startschuss für eine stetig wachsende Modellfamilie: 2000 folgte die zweite Generation, nur noch XC70 genannt. Die Neuauflage wirkte mit ihren Kunststoffplanken noch eine Spur robuster bzw. „SUV-iger“. 2002 ging es dann auch mit dem ersten echten SUV los, dem XC90.


Als Sprössling des V70 XC bot der 4,64 Meter lange V60 Cross Country ähnlich komfortable Platzverhältnisse. Für den Vortrieb standen drei Dieselmotorisierungen und ein T5-Turbobenziner zur Wahl, die mit Front- bzw. Allradantrieb, Schaltgetriebe oder Automatik zwischen 150 und 245 PS entwickelten.


Heutzutage gibt es neben dem V60 Cross Country der zweiten Generation auch den größeren Volvo V90 Cross Country, der noch stärker an das Original erinnert. Der Allrad-Kombi mit den Offroad-Tugenden, der auf der skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) aufbaut, ist mit knapp 4,96 Metern noch geräumiger als sein Urahn. Nur ist das Kofferraumvolumen trotz längerer Abmessungen auf 560 Liter gefallen.

Mathias Keiber

11 Aug. 2021