Formel 1 sprintet in Brasilien auf die Zielgerade: Hamilton mit Strafe

Frederik Hackbarth

12 Nov. 2021

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Die Königsklasse biegt in ihren Schlussspurt ein: beim viertletzten Rennen 2021 in Brasilien kommt es dabei ein letztes Mal zum Sprint. Lewis Hamilton startet mit Hypothek

Stressig ist der Saisonendspurt in der Formel 1 nicht nur für die beiden WM-Kämpfer Max Verstappen und Lewis Hamilton. Der enge F1-Kalender hat die Rennen in Mexiko, Brasilien und Katar zum Triple-Header geformt, das heißt es wird an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden gefahren. Schon in Sao Paulo wird das nun zum Problem, denn durch Wetterkapriolen verspätete sich der ein oder andere Frachtflieger von Mittel- nach Südamerika, vielen Teams fehlten bis zuletzt noch Teile oder gar Motoren.

Mit der Austragung des Rennens am Sonntag sollte es trotzdem klappen, die FIA verschob extra dafür diverse Fristen nach hinten, die Mechaniker müssen Überstunden schieben. Ausgerechnet in Interlagos geht es nämlich auch schon am Freitag um die Wurst: um 20 Uhr deutscher Zeit wird bereits das Qualifying ausgetragen, das die Startplätze für den diesmal wieder am Programm stehenden Sprint am Samstag bestimmt. In dem gut halbstündigen Minirennen fahren die Piloten dann die Gridformation für den Grand Prix am Sonntag aus, der Top-3 erhalten überdies Punkte.

 

Das Format feierte dieses Jahr seine Premiere, wurde erstmals in Silverstone und Monza abgehalten. Im nächsten Jahr soll die Anzahl der Sprints im Kalender dann auf sechs verdoppelt werden. Geht es nach den F1-Bossen, wird dort "gesprintet", wo die Streckenbetreiber für den Mehrwehrt an Action am meisten Antrittsgeld zahlen. Denkt man das zu Ende, dürften die mittlerweile schon vier Rennen im zahlkräftigen Arabischen Raum (Bahrain, Katar, Saudi Arabien und Abu Dhabi) ihren Sprint wohl schon sicher haben...

 

Bevor die F1 auch dieses Jahr in den Nahen Osten reist, will WM-Spitzenreiter Max Verstappen seinen 19-Punkte-Vorsprung in der Weltmeisterschaft aber noch ausbauen. Die Chancen dafür stehen gut, denn Titelverteidiger Lewis Hamilton muss in Interlagos am Sonntag fünf Startplätze Strafe in Kauf nehmen, weil Mercedes am Auto des Briten einen neuen Verbrennungsmotor eingebaut hat. Auch so wird Verstappen, nach Red Bulls Höhenflug in Mexiko und (obwohl diesmal nur auf 800 Höhenmetern statt auf 2000 gefahren wird) wegen der Kurscharakteristik in Sao Paulo, als haushoher Favorit gehandelt.

 

Mercedes-Sportchef Toto Wolff muss zugeben: "Es ist eine Red-Bull-Strecke. Aber ich hoffe, dass wir das Muster durchbrechen können. Wir werden alles geben und versuchen zurückzuschlagen. Und wir glauben ein solides Auto zu haben und hier näher dran sein zu können." Verstappen selbst erwartet einen engen Fight: "Schwer zu sagen, wie konkurrenzfähig wir sein werden. 2019 haben wir zwar das letzte Rennen hier gewonnen, aber es war die ganze Zeit eine knappe Kiste. Ich erwarte auch dieses Jahr etwas Ähnliches."

Im Vorfeld des Rennens besuchte der Niederländer gemeinsam mit seiner Freundin Kelly Piquet noch das Anwesen von deren Papa Nelson Piquet, F1-Champion der Jahre 1981, 1983 und 1987, um sich ein paar weltmeisterliche Tipps abzuholen. Und auch Sebastian Vettel machte sich auf in brasilianische Ländereien, um die Ökö-Farm von Pedro Diniz zu besuchen: der ehemalige F1-Pilot ist mittlerweile unter die Bio-Bauern gegangen – eine Tätigkeit, der zuletzt auch Vettel hobbymäßig vermehrt nachging.

Sportlich macht vor dem Brasilien GP derweil das Team des Deutschen durch eine mögliche Personalrochade Schlagzeilen. Nachdem vor wenigen Wochen Ex-McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh in neuer Rolle zu Aston Martin geholt wurde, steht nun offenbar der aktuelle Teamboss Otmar Szafnauer vor dem Absprung und will dem Vernehmen nach zum direkten Konkurrenten Alpine flüchten. In der Konstrukteurs-WM liegt Aston Martin nur auf dem siebten Rang (38 Punkte hinter Alpine): zu wenig, für die ambitionierten Pläne des Milliardenschweren Aston-Martin-Großaktionärs Lawrence Stroll.


Fotos: F1 TV, Mercedes

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Frederik Hackbarth

12 Nov. 2021