China: VW bleibt hinter Erwartungen zurück

Mathias Keiber

11 Jan. 2022

Während der Markt für Elektroautos in China 2021 geradezu explodiert, verfehlt die ID-Familie aus dem Hause Volkswagen ihre dortigen Ziele.

Es ist eine Binsenweisheit, aber es ist nun mal so: In China, dem größten Markt der Welt, entscheidet sich die Zukunft der Mobilität – und daher auch: der Elektromobilität. Volkswagen will dabei eine entscheidende Rolle spielen, hat sein Absatzziel auf dem chinesischen Markt im vergangenen Jahr aber erstmal verfehlt. Zwischen 80.000 und 100.000 ihrer vollelektrischen ID-Modelle wollten die Wolfsburger 2021 in der Volksrepublik verkaufen, letztendlich waren es aber nur 70.625 solcher Exemplare. Gründe für das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Ergebnis waren neben dem Chipmangel auch lokale Covid-19-Ausbrüche – die Wolfsburger produzieren vor Ort in Jointventures mit den chinesischen Herstellern SAIC und FAW.


Zwar ist die Halbleiterkrise genausowenig vorbei wie die Pandemie, trotzdem will Volkswagen seinen Absatz im Reich der Mitte im neuen Jahr verdoppeln. Gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“ äußerte sich VW-China-Chef Stephan Wollenstein zuversichtlich, dass „wir eine Verdoppelung der tatsächlichen Verkäufe sehen werden“. Allerdings wird es auf dem chinesischen Elektroautomarkt für ausländische Hersteller immer schwerer. Die einzige ausländische Marke in den nationalen Top 10 des Jahres 2021: Tesla auf Platz drei. Ganz vorn ist BYD, auf Rang zwei folgt Wuling. Bei letzterem handelt es sich zwar um eine Marke von General Motors, die allerdings in China gegründet wurde und bis heute auch nur dort zu haben ist.


Weil Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in der Volksrepublik im vergangenen Jahr besonders beliebt waren, ist der dortige Gesamtautomarkt erstmals seit 2018 wieder gewachsen – um 4,5 Prozent auf rund 20,5 Millionen Stück, wie die China Passenger Car Association aktuell mitteilt. Der Absatz von Autos mit voll- oder teilelektrischem Antrieb wuchs 2021 um fast 170 Prozent auf rund drei Millionen. Mehr als die Hälfte davon waren reine Elektroautos.


(Foto: Volkswagen)

Mathias Keiber

11 Jan. 2022