VW: Erster Blick auf Trinity

Mathias Keiber

08 März. 2021

Mit der Elektrolimousine Trinity setzt Volkswagen zum dreifachen Quantensprung beim Auto der Zukunft an.

(Abbildung: Volkswagen)


Wenn es erste offizielle Infos zu einem künftigen Modell schon fünf Jahre vor dem geplanten Produktionsstart gibt, dann ist ein ganz besonderes Auto in der Pipeline. So verhält es sich mit dem Projekt Trinity von Volkswagen. Ab 2026 soll die vollelektrische Limousine in Wolfsburg vom Band fahren – und „neue Maßstäbe bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit sowie Digitalisierung“ setzen. Letzteres heißt konkret auch: Das Auto soll Level 4 des autonomen Fahrens erreichen. Man darf also gespannt sein, auch wenn sich die Spannungskurve in diesem Fall eine Handvoll Jahre ziehen wird. Doch einen ersten Design-Ausblick auf das Projekt Trinity hat Volkswagen nun gegeben.


„Trinity ist so etwas wie der Kristallisationspunkt unserer Strategie ‚Accelerate‘, ein Leuchtturmprojekt, unser Software Dream-Car“, sagt Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen.


Zum geplanten Serienstart 2026 soll Trinity bereits Automatisierungslevel 2+ erreichen und technisch bereit für Level 4 sein. Beim zweiten Level handelt es sich um teilautomatisiertes Fahren, wobei das Auto bestimmte Manöver selbstständig übernehmen kann, zum Beispiel automatisch einparken oder überholen. Da Volkswagen jedoch von „Level 2+“ spricht, darf man hier noch etwas mehr erwarten. Die Frage ist: Wie viel? Die Abgrenzung zum dritten Level besteht technisch gesehen nur darin, dass das hochautomatisierte Auto anspruchsvollere Fahraufgaben übernehmen kann.


Deutlicher ist der Unterschied zur nächsten Stufe, dem vollautomatisierten Fahren des vierten Levels, für das Trinity ja technisch bereit sein soll. Dabei muss das Auto auch komplexe Manöver meistern und in ungewöhnlichen Situationen die richtige Entscheidung treffen. Etwa muss es schlecht gekennzeichnete Baustellen umfahren, im Stadtverkehr die Spur wechseln und sich beim Reisverschlussverfahren korrekt einfädeln können. In der Tat muss die Technologie dann so fortgeschritten sein, dass sich Fahrer während der Fahrt anderen Dingen widmen können.


Doch soll Trinity nicht nur ein technologischer Leuchtturm werden, das Auto steht auch exemplarisch für die Reduzierung der Komplexität in der Fertigung: Es wird künftig erheblich weniger Varianten geben, die Hardware wird weitgehend vereinheitlicht. Gewünschte Zusatz-Funktionen lassen sich dann „on demand“ über das digitale Ökosystem im Auto freischalten.


Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter weg. Denn Volkswagen gilt bislang in Sachen Vernetzung nicht unbedingt als Pacemaker. Das soll sich mit der Accelerate-Strategie nun ändern. Software-Integration in das Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis sollen zur Kernkompetenz des Unternehmens werden. Dazu hat Volkswagen die agile Projekteinheit ID.Digital gegründet, die ab Sommer 2021 im 12-Wochen-Rhythmus Updates „over the air“ bereitstellen soll. Schon in zwei Jahren soll eine vollvernetzte Flotte von über 500.000 Fahrzeugen auf den Straßen fahren, über die Volkswagen direktes Kundenfeedback in neue Funktionen übertragen kann.


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Mathias Keiber

08 März. 2021