Weniger Unfalltote

Die Statistiken der Versicherer beweisen, dass die Sicherheitsassistenten in den modernen Autos einen guten Dienst leisten. Die Zahl der Unfälle sinkt.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (EDV) hat eine gute Botschaft zu verkünden: Bei der Kfz-Haftpflicht prognostiziert der EDV bis Ende 2040 im Vergleich zu 2019 bis zu 30 Prozent weniger Unfälle und damit eine geringere Schadensumme – und das trotz steigender Reparaturkosten. Das sei den Sicherheitseinrichtungen in den neueren Autos zu verdanken. Den größten Nutzen brächten der Notbremsassistent und die Einparksysteme.


So ganz zufrieden sind die Assekuranzen aber nicht: „Die neuen Assistenzsysteme machen das Autofahren zwar sicherer, sie verbreiten sich aber nur langsam und machen Reparaturen im Schadenfall teurer“, sagt Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen zu den aktuellen Prognosen.

Welchen positiven Effekt die Features haben, zeigt eine weitere Zahl der Versicherer: „Wir beobachten, dass es bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen so um die zwanzig Prozent weniger Schäden gibt“, sagt Jörg Rheinländer, Vorstandsmitglied der HUK Coburg, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Noch besser könnte es werden, wenn das voll autonome Fahren serientauglich ist. Doch bis dahin könnte es nach Aussage von Rheinländer dauern.


Die sinkenden Zahlen entlasten die Kfz-Versicherer auf der einen Seite. Auf der anderen steigt aber der Bestand an Fahrzeugen hierzulande nach wie vor. Dadurch sind die Kfz-Versicherungen zum Wachstum verdammt.


Das könnte sich ändern, wenn der rapide Anstieg der Energiekosten die Menschen dazu bewegt, auf die öffentlichen Verkehrsmittel auszuweichen. Doch das kann nur gelingen, wenn die Infrastruktur besser wird. Tritt das ein, könnte es zu einer rückläufigen Verkehrsdichte kommen. Die Versicherer avisieren hier das Ende des Jahrzehnts an.


Ein weiterer Trend für den Verband ist die Zunahme der E-Autos. Die Reparaturkosten liegen derzeit im Schadenfall bei den Stromern über denen der Verbrenner. Das hängt nach Auskunft der Experten an der noch mangelhaften Kompetenz in den Werkstätten. Ändert sich das, wird sich das Niveau angleichen oder die Reparaturkosten werden im Vergleich zu den traditionellen Fahrzeugen geringer. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass der Aufwand für die Schäden weiterhin rückläufig ist. Das könnte dazu führen, dass die Policen günstiger werden.


Das freut den Kunden. Manche Versicherungen haben schon in diesem Jahr die verringerte Schadensumme aufgrund des gesunkenen Verkehrs während der Lockdowns zum Teil an die Versicherten weitergegeben.


Ein Rückgang der Versicherungsbeiträge könnte aber durch die steigenden Kosten von Autodiebstählen verhindert werden. „Die Zahl der Autodiebstähle sank um fast 25 Prozent auf 10.697 kaskoversicherte Pkw, allerdings stieg der Schaden für die Bestohlenen an: Erstmals mussten die Versicherer für einen Diebstahl im Durchschnitt mehr als 20.000 Euro zahlen“, konstatiert die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. 


Die Langfinger knackten am häufigsten SUV (die Favoriten der Autodiebe): „Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen finden sich gleich sieben Typen dieser Bauform, darunter jeweils gleich zwei Modelle von Land Rover, BMW und Toyota“, resümieren die Versicherer.


(Foto: Audi)


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