YesAuto-100: Mercedes GLS 450 4MATIC Test

YesAuto

09 Sept. 2020

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Mercedes GLS 450 4MATIC Test

1.Schöne Form



Dritte Generation des Mercedes GLS.


Heute hat der GLS eine dritte Generation hervorgebracht und neue Modelle werden auf der MHA-Plattform von Mercedes gebaut. Bisher gibt es zwei GLS-Modelle. Das getestete Auto ist ein luxuriöser GLS 450 4MATIC mit einem Preis von 1,268 Millionen Yuan (ca. 156.531 Euro).


Die Vorderseite des neuen GLS wurde optimiert. Die untere Hälfte des Kühlergrills ist weniger gekrümmt und die Form der Scheinwerfer wurde verfeinert.


Die Seiten haben sich im Vergleich zum Vorgängermodell wenig verändert.


Pirelli P ZERO vorne 275/45 R21, hinten 315/40 R21


Größenvergleich:


ModellLänge (mm)Breite (mm)Höhe (mm)Radstand (mm)
Mercedes-Benz GLS5214/52181956/203018233135
BMW X75163200018353105
Lexus LX5070/5150198019102850


Das Fahrzeug ist mehr als 5 m lang, mehr als 2 m breit und 1,8 m hoch. Es ist gar nicht so einfach, ein so großes Fahrzeugin der Stadt zu fahren.




Die Rücklichter des aktuellen GLS sind flacher und feiner.


Das Interieur wirkt ordentlicher und komfortabler.



Das Design des Armaturenbretts und der zentralen Steuerung passen zur Mercedes-Familie.


Die Holzmaserung des Lenkrads passt sehr gut zum Grundton des Top-Flaggschiffs.








Die Funktionen des Luxusmodells GLS 450 decken fast die gesamte Konfigurationstabelle ab. Nur das HUD-Head-up-Display und die Belüftung der Rücksitze müssen extra im Fahrzeug eingebaut werden.



Dieser GLS wird von der Scaroosa-Fabrik in den Vereinigten Staaten hergestellt, und die Details behalten die übliche Grobheit der Amerikaner. Auch wenn es sich um ein erstklassiges SUV handelt, gibt es immer noch einige Mängel.


2. Geräumig, aber zu harte Sitze



Die Unterstützung der Sitze ist sehr gut, aber die Füllung und das Material sind hart, insbesondere in der zweiten Reihe. Nach dem Hinsetzen spürt man das beheizte / belüftete Sitzpolster deutlich.



Der Sitzverstellbereich ist nicht besonders groß, auch im am stärksten geneigten Zustand ist der Sitzwinkel immer noch sehr steil. Die Kopfstützen der Rücksitze sind etwas zu dick und die Schultern und der Hals werden nicht gut gestützt. Der Kopf wird zu weit nach vorne geneigt und die Sitzhaltung ist insgesamt sehr unangenehm.



Die Pedale sind relativ schmal. GLS verwendet das EASY-ENTRY-System und der Sitz unterstützt das automatische Umklappen mit dem Schlüssel. Möchte man die ursprüngliche Position wiederherstellen, muss man den Knopf am Schlüssel lange gedrückt halten.




Sind die Sitzen der zweiten Reihe nach ganz hinten geschoben, müssen die Mitfahrer in der dritten Reihe diagonal sitzen oder sich hinlegen. Schiebt man die Sitze der zweiten Reihe weiter nach vorne, haben auch die Mitfahrer in der dritten Reihe genug Platz.


Der GLS erfüllt die Spezifikationen und Anforderungen an den Platzbedarf, aber der Komfort der Sitze ist nicht gerade zufriedenstellend, da die Polsterung der Sitze zu hart ist. Die Neigung der Rückenlehne ist zu steil und die Kopfstütze zu dick. Infolgedessen werden die Mitfahrer in der zweiten Reihe bestraft. Sie müssen aufrecht auf den harten Sitzen verharren. Die Erfahrung mit den Sitzen ist gewöhnungsbedürftig.



Links und rechts in der dritten Reihe befinden sich ein Getränkehalter und zwei Typ C-Anschlüsse. Mit den seitlichen Tasten können kann man die zweite Sitzreihe einstellen, was das Ein- und Aussteigen erleichtert.


Sind die Sitze der zweiten und dritten Reihe umgeklappt, hat man einen flachen Raum zur Verfügung. Bei Benutzung der dritten Sitzreihe kann ein großer und ein kleiner Koffer in das hintere Fach gestellt werden. Die meisten 7-Sitzer-SUVs haben diesen Platz nicht.


Die Sitze in der zweiten und dritten Reihe sind alle elektrisch zusammenklappbar und können nach dem vollständigen Zusammenklappen den normalen Kofferraum erweitern.


Darüber hinaus ist der Kofferraum mit einem Knopf zum Absenken der Aufhängung ausgestattet. Nach dem Drücken fällt die Aufhängung automatisch um 50 mm ab, um das Be- und Entladen des Fahrzeugs zu erleichtern.



3. Schnell unterwegs


3.0T-Motor + 48V-Mild-Hydrid; maximale Leistung: 347 PS (270 kW) mit 6400 U/min; maximales Drehmoment: 500 Nm mit 1600-4500 U/min.


Mit Ausnahme der Diesel- und AMG-Versionen hat Mercedes in China drei Benzinversionen des GLS auf den Markt gebracht: den 320, 400 und 500. Der 320 und 400 sind mit einem 3,0-T-V6-Motor ausgestattet und der 500 mit einem 4,0-T-V8-Motor. Beim neuen Modell gibt es nur einen Hubraum von 3,0T mit insgesamt zwei Konfigurationen, sodass man sich beim Kauf des Autos nicht darüber den Kopf zerbrechen muss.


Mit der Entwicklung von Motoren mit kleinem Hubraum kann dieser 3,0T-Motor bereits in die Reihe der Fahrzeuge mit sehr großem Hubraum aufgenommen werden. Ob beim Starten oder Fahren, gibt er das Selbstvertrauen, die Ruhe und die gemächliche Zufriedenheit, die ein kleiner Hubraum nun mal nicht bieten kann. Ich denke, dass das schwerere Gaspedal voll und ganz dem Temperament des GLS entspricht. Nach dem Umschalten in den Sportmodus ist die Gasannahme präziser, der Schaltzeitpunkt des Getriebes stark verzögert und die Beschleunigung stärker.


Die Parameter des Motors sind nicht niedrig und durch die sehr schwere Karosserie begrenzt. Die Schaltwirkung des 9-Gang-Getriebes ist nicht so schnell wie die Einheit zwischen Mensch und Fahrzeug, aber die Geschwindigkeit wird in einem wirtschaftlichen und komfortablen Bereich gehalten.



Das Getriebe kann als rechte Hand des Motors bezeichnet werden, und das flüssige Schaltgefühl verstärkt die Geschmeidigkeit des Motors im laufenden Betrieb. Benötigt man mehr Kraft, um das Gaspedal zu betätigen, geht das Herunterschalten ohne Frage blitzschnell, aber das Getriebe reagiert in seinem eigenen Tempo auf den Fahrer. Beim Umherfahren mit dem GLS in der Stadt, vibrierte das Getriebe gelegentlich bei niedrigen Geschwindigkeiten. Das ist einfach eine seine unmanierlichen Seiten.


Die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC, das auch mit intelligenten Navigationsfunktionen ausgestattet ist, ist ein Highlight des GLS. Nach dem Einschalten dieser Funktion erscheint das Lenkradsymbol auf der Instrumententafel, und das Fahrzeug begrenzt automatisch die Entfernung zum Vordermann und folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug. Beschleunigt oder verlangsamt das vorausfahrende Fahrzeug, reagiert der GLS schnell auf die Veränderung. Wenn kein Fahrzeug vorausfährt oder das vorausfahrende Fahrzeug einfach zu schnell ist, erhöht das System die Fahrzeuggeschwindigkeit recht schnell auf die voreingestellte Geschwindigkeit. Dadurch wird die enorme Beschleunigung deutlicher, was den Fahrer etwas verunsichern kann.



Der Motor unterstützt eine Startautomatik mit 2400 U/min.







Für die Beschleunigung von 0-100 km/h braucht der GLS 6,24 s, was mehr als genug ist.


Kilometerstand104 km
Durchschnittsgeschwindigkeit30 km / h
Angezeigter Kraftstoffverbrauch10,5 L/ 100 km
Kraftstoffverbrauch11,74 L
Gemessener Kraftstoffverbrauch11,3 L/ 100 km


Für den Test des Kraftstoffverbrauchs haben lief die Klimaanlage die ganze Zeit im Sparmodus auf Stufe 1 bei 22°C. Nach Einschalten des Sparmodus wechselt das Getriebe, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, bei mittleren und hohen Geschwindigkeiten in den Leerlauf, sobald das Gaspedal losgelassen wird. Die zuvor getestete Mercedes A-Klasse besitzt ebenfalls eine solche Funktion. Das Endergebnis ist ein Kraftstoffverbrauch von 11,3 L/100 km, was weit unter dem empfohlenen Standard für SUVs liegt.


4. Fantastische Bremsleistung


Doppelquerlenker-Radaufhängung vorne und hinten.



Je nach Fahrmodus passt die Luftfederung die Höhe automatisch an die Straßenbedingungen an. Die Lenkung ist leicht und die Dämpfung genau richtig.


Das Lenkgefühl ist einfach überragend, auch wenn man den Sportmodus verwendet.



Die Ruhe in der Fahrerkabine und der Komfort des Fahrgestells hinterlassen einen guten Eindruck.


Das schwere Chassis und die leise Kabine entsprechen den Erwartungen. Die Federung springt ein wenig, um die tiefen Schlaglöcher auf der Straße auszugleichen. Das funktioniert zwar nicht immer so hundertprozentig, aber der gute Komfort ist Beweis genug. Die Luftfederung unterstützt die Neigung des Fahrzeugs nicht angemessen. Beim Beschleunigen oder Bremsen spürt der Fahrer deutlich die Verschiebung des Schwerpunkts.


Die Start- und Stoppfunktion des Motors ist äußerst leise und die Vibrationen dabei sind nur geringfügig zu spüren. Dies ist zwar nur ein kleines Detail während des Fahrens, das dem Fahrer dennoch ein Gefühl für die hohe Qualität vermittelt.



Die Luftfederung kann die Karosserie nicht richtig halten.






In zehn aufeinander folgenden Tests blieb das Bremsgefühl des GLS unverändert, und die Ergebnisse waren sehr stabil. Aber wie bereits erwähnt ist die Bremsleistung etwas übertrieben, da die Federung die Neigung des Fahrzeugs nicht gut zurückhält.


Gemessener Geräuschpegel


Bei Leerlauf40,3 dB
bei 60 km / h53,4 dB
bei 80 km / h58,6 dB
bei 120 km / h63,1 dB




Unabhängig von den Erfahrungen oder dem gemessenen Geräuschpegel hat der GLS sehr zufriedenstellende Ergebnisse geliefert. Innen und außen sind wie zwei Welten, egal wie laut es draußen ist, der Fahrer kriegt davon nicht viel mit.




Ein riesiger SUV wie der Mercedes GLS wird im Elchtest keine allzu guten Ergebnisse erzielen. Die riesige Karosserie nimmt zwischen Zone A und Zone B viel Platz ein. Aufgrund des hohen Schwerpunkts und der langsamen Reaktionsgeschwindigkeit der Karosserie muss die Fahrzeuggeschwindigkeit manuell gesteuert werden, um einen reibungslosen Eintritt in die Zone B zu gewährleisten und den Test abzuschließen. Beim GLS ist die Lenkreaktion von A nach B dieselbe wie bei anderen großen SUVs und damit relativ langsam. Um zu verhindern, dass sich das Fahrzeug bei starker Verschiebung des Schwerpunkts überschlägt, haben die Ingenieure von Mercedes das elektronische Assistenzsystem so konservativ eingestellt, dass es das rechte Vorderrad blockiert, wenn sich das Lenkrad dreht, und durch Untersteuern wird Kraft aus der Seite genommen, was aber auch dazu führt, dass der GLS Lenkraum verschenkt. Das Ganze kann nur durch eine Verringerung der Anfangsgeschwindigkeit verhindert werden. Es ist nicht schwierig eine so große Karosserie zu kontrollieren, wenn es von der Zone B in die Zone C eintritt, da die Fahrzeuggeschwindigkeit bereits stark abgenommen hat. Die endgültige Testgeschwindigkeit lag bei 65,9 km/h.


5.Raffinierter Allradantrieb


Nach dem Umschalten in den Offroad-Modus steigt die Luftfederung automatisch auf +1-2 an, was nur zum Ein- und Aussteigen genutzt werden kann. Die Geschwindigkeit darf 30 km/h nicht überschreiten.

Das Allradsystem arbeitet hervorragend.


Die 36°- und 42°-Hänge sind für GLS ein Kinderspiel. Das Gas ist gut steuerbar und es gibt keine Turboverzögerung, die dazu führen würde, dass die Karosserie plötzlich springt.


Die Fahrzeuggeschwindigkeit kann beim Abstieg von steilen Hängen zwischen 2 und 18 km/h eingestellt werden. Das System kann jederzeit schnell eingreifen und der Bremsvorgang ist nicht zu schroff.



Aufgrund des längeren Radstands und der Karosserie ist es für den Fahrer nicht einfach, den Schwerpunkt den Fahrzeugs zu steuern.


Beim seitlichen Kippen fiel der GLS nicht zur auf die Seite, aber die recht hohe Karosserie und die Federung wirken dennoch beängstigend.



Das Allradsystem hat einen begrenzten Schlupf, aber die Karosserie ist zu lang und das Gewicht zu schwer, sodass es sich nicht gut anfühlt, wenn sich der Schwerpunkt verändert.


Ohne Zweifel wird beim GLS durch das Allradsystem Schlupf schnell erkannt und die Kraft hervorragend zwischen den Rädern aufgeteilt. Dennoch ist es durch die sehr lange Karosserie, das hohe Gewicht und den langen Radstand schwierig, den Schwerpunkt des Fahrzeugs im Gelände zu steuern.


Ich habe den GLS bei der Testfahrt als sehr angenehm empfunden, insbesondere die Ruhe in der Fahrerkabine, die Leistung und die empfindliche Lenkung. Exterieur und Interieur ist äußerst umgänglich und im Vergleich zum Vorgängermodell ist es geschmeidiger und weniger eckig. Bemängeln kann ich allerdings die unbequemen Sitze, die mich vom Kauf abhalten würden.

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