Zurück in die Zukunft

Ralf Kund

19 Nov. 2020

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Das gibt es so auch nicht oft: Stephan Winkelmann, seit Januar 2018 Präsident von Bugatti, wird ab Dezember zusätzlich Präsident von Lamborghini. Er löst damit Stefano Domenicali ab, der Lamborghini in gleicher Funktion von 2016 bis September 2020 geleitet hat. Domenicali wird ab 2021 Geschäftsführer der Formel 1.

(Foto: Lamborghini)


Das gibt es so auch nicht oft: Stephan Winkelmann, seit Januar 2018 Präsident von Bugatti, wird ab Dezember zusätzlich Präsident von Lamborghini. Er löst damit Stefano Domenicali ab, der Lamborghini in gleicher Funktion von 2016 bis September 2020 geleitet hat. Domenicali wird ab 2021 Geschäftsführer der Formel 1.

Für Winkelmann ist es gewohntes Terrain, denn er war von 2005 bis 2016 bereits Präsident von Lamborghini S.p.A.. Unter der Führung von Winkelmann, der zuvor bei Mercedes, Fiat und Alfa Romeo gearbeitet hat, erlebte Lamborghini einen deutlichen Aufschwung: Die Verkaufszahlen haben sich verdoppelt, der Umsatz hat sich mehr als verdreifacht. Unter seiner Ägide entstanden der Aventador und der Huracán – beides Meilensteine für die Marke. Auch die Entscheidung für den Urus, der weltweit erfolgreichen Cashcow der Italiener, wurde noch in seiner Amtsperiode getroffen.


Bei Bugatti trägt Winkelmanns Arbeit ebenfalls leckere Früchte. Sie heißen Divo, La Voiture Noire, Chiron Pur Sport, Chiron Super Sport 300+ oder Bolide – noch nie entstanden bei Bugatti in so kurzer Zeit so viele aufsehenerregende Projekte, wozu auch das Aufstellen eines Geschwindigkeitsrekordes zählt: Ein seriennaher Prototyp des Chiron erreichte mit Testfahrer Andy Wallace am Steuer auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien 490,484 km/h. Damit verabschiedete sich Bugatti zugleich von weiteren Hochgeschwindigkeitsrekorden. Die Marke habe bewiesen, die schnellsten Autos zu bauen, widme sich jetzt aber anderen Projekten, stellte Winkelmann klar.


Dazu zählt etwa die Konzeptstudie Bolide, mit der Bugatti Neuland für die Marke betritt und gleichzeitig eine Brücke zur Vergangenheit schlägt. Der 1240 Kilogramm (trocken) leichte Renner mit dem bekannten W16-Motor, der hier bis zu 1850 PS und 1850 Nm leistet, soll nicht nur längsdynamisch Maßstäbe setzen (0-100 km/h in 2,17 s, 0-300 km/h in 7,37 s, Topspeed über 500 km/h), sondern auch auf der Rennstrecke brillieren. In einer Simulation wurde für den Hypersportwagen eine Nordschleifenzeit von 5,23 Minuten errechnet. Winkelmann sieht den Bolide in der Tradition des legendären Type 35, der zwischen 1924 und 1930 über 2000 Siege eingefahren haben soll.


Bei beiden Marken hat Stephan Winkelmann den Markenkern sehr erfolgreich geschärft und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschlossen, wozu etwa die lukrative Entwicklung von Kleinstserien oder Einzelstücken zählt. „In den vergangenen Jahren hatte ich das Privileg, beide Unternehmen einzeln führen zu dürfen, jetzt nun zusammen. Eine Herzensangelegenheit. Bugatti steht für die besten, stärksten, elegantesten und luxuriösesten Hypersportwagen der Welt. Lamborghini baut die exklusivsten Supersportwagen mit herausragendem Design. Unsere Kreativität ist bei beiden Unternehmen noch lange nicht erschöpft“, kommentiert der in Rom aufgewachsene Firmenlenker seine neue Doppelfunktion.

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Ralf Kund

19 Nov. 2020